Mikro015 Negatives Agendasetting beim Zins

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News – Neues Wirtschaftsblog

Beyond Milchmädchen (Blog von Frau 700 Sachen)

Hörerfeedback – GLS Bank

Hörerfeedback – N26

Negativzins (+ Hörerfeedback)

Unister – Insolvenzen und Verwalter

Agendasetting

News – Rettet das Wirtschaftsblatt

Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

7 Gedanken zu „Mikro015 Negatives Agendasetting beim Zins“

  1. Danke für den Hinweis zum Beyond Milchmädchen Blog, denn dieser wäre mir andernfalls durch die Lappen gegangen. Ich bin freudig gespannt, was Frau 700Sachen liefert.
    Weiter möchte ich als Hörer der ersten Stunde euren Fortschritt loben, alleine in technischer Hinsicht hat sich bei euch auch enorm viel getan. Weiter so! Dennoch würde ich euch bitten, dass ihr euch weiterhin Zeit für eure Themen nehmen möchtet und nicht auf biegen und brechen nach einer ca. einer Stunde den Podcast abwürgt. Das würde eurer Diskussionskultur meiner Meinung nach unnötigerweise schaden.

    1. Erstmal danke für das Lob und der Aufmunterung, lieber nicht zu streng auf die Zeit zu schauen. Aber von “nach einer Stunde Abwürgen” kann kaum die Rede sein, es ist eher ein “kurz vor zwei Stunden Abwürgen” 😉

  2. Hallo zusammen – jetzt bin ich zurück aus dem Urlaub und konnte mich wieder Eurer Sendung widmen. Erstmal danke für die Klarstellungen und Erläuterungen zur vorherigen Folge. Dadurch fällt es mir leichter, Marcos Erläuterungen einzuordnen.

    Dennoch muss ich mich immer noch wundern, dass hier zwei zwar eng miteinander verwobene,
    aber dennoch nicht miteinander zu verwechselnde Themen von Euch vermischt werden.

    Konkret: Bankenrettung und Anleihenkäufe durch die EZB

    Ich würde diese Sachen getrennt voneinander sehen, weil sie auch unterschiedliche Maßnahmen durch die EZB erfordern.
    Im Rahmen der Bankenrettung während der Finanzkrise hat die EZB sicherlich durch Anleihekäufe vielen Bankbilanzen geholfen. Und auch so, wie Marco dies beschrieben hat (Aufkauf von GRE-Bonds, einziger Käufer für PIIGS-Bonds und Covered Bonds aus SPA, ITL).

    Aber die jüngeren Käufe von EUR Staatsanleihen und im Rahmen des CSPP (ich glaube übrigens es waren Anleihen der Dt. Bahn, die die EZB am Primärmarkt erwarb) und insbesondere auch die TLTROs in Kombination mit dem negativen Einlagenzins etc. pp. sind mE davon zu trennen.

    Hier geht es der EZB doch ganz klar darum, die Wirtschaft der Eurozone auf klassischem geldpolitischen Weg (senkung der Zinsen über die gesamte Kurve aller Mitgliedsländer hinweg) zu stimulieren. Wenn es um die Entlastung der Bankbilanzen ginge, würde die EZB nicht am langen Ende kaufen, sondern auf eine möglichst steile Kurve hinarbeiten, denn die hilft den Banken im Rahmen der Fristentransformation am meisten.
    Und ja, natürlich ist das der politischen Situation geschuldet (Kapitalschlüssel der EUR-Staaten an der EZB). Der Grund, warum die Anteile je Land auf 33% gedeckelt wurde sind die tlw. vorhanden Collective Action Clauses in den Government Bonds – das wäre schon nahe dran an der direkten Staatsfinanzierung.
    Und nochmals ja: dieses Verbot der direkten Intervention ist natürlich ein Hindernis für die Wirksamkeit der Bekämpfung der Finanzkrise durch die EZB.

    Außerdem möchte ich Eure These “die Banken vergeben keine Kredite an die Unternehmen oder Verbraucher” bezweifeln.
    Schaut Euch mal die Zeitreihen zu Kreditstandards und -nachfrage an. Da seht Ihr, dass letztlich Angebot und Nachfrage vorhanden sind. Zumindest laut EZB Bank Lending Survey. Seit 2012 schwächen sich die Vergabestandards der Banken kontinuierlich ab, und im Gleichlauf dazu, steigt die Nachfrage nach Verbraucherkrediten.
    egghat hat da wiederum einen guten Punkt, wenn er auf die EK-Anforderungen im Rahmen der verschärften Bankenregulierung hinweist. Die sind sicherlich kontraproduktiv in der akt. Situation.

    Ach. Es ist halt einfach alles nicht so wirklich einfach… aber dafür spannend.

    1. Konkret: Bankenrettung und Anleihenkäufe durch die EZB
      Ich würde diese Sachen getrennt voneinander sehen, weil sie auch unterschiedliche Maßnahmen durch die EZB erfordern.

      sie sind mE nicht getrennt voneinander zu betrachten, da das eine zum anderen führte… und genau da haben wir auch unser gegenseitiges verständnisproblem. denn dass, was wir nicht diskutiert haben sollen, haben wir durchaus angesprochen. nur nicht sonderlich ausführlich, weil…

      … die aussage war, dass sich das ursprungsszenario ändert und zwar mit der direktzeichnung der bonds durch die ezb. bis dahin war die ezb, auch wenn man über das ausmaß streiten kann, durchaus im rahmen ihrer argumentation, dass sie märkte mit liquidität versorgen möchte. in bezug auf die unternehmensanleihen eben den anleihenmarkt für unternehmen.

      und du sagst es ja sogar selbst. die verbraucherkredite steigen… ich wüsste gar nicht, dass ich von denen geredet habe. bei den unternehmenskrediten läuft es aber nicht so gut und die sind entscheidend, weswegen die ezb (ich glaub es waren…) 25% des geldes in unternehmensanleihen mit geringer bonität steckte. aber “wir” sind hier ja auch keine einheit, sondern jeder diskutiert seine meinung. ;o)

      Der Grund, warum die Anteile je Land auf 33% gedeckelt wurde sind die tlw. vorhanden Collective Action Clauses in den Government Bonds – das wäre schon nahe dran an der direkten Staatsfinanzierung.

      das war die technische begründung. dass die linie dann genau bei dem ezb-bestand an griechenlandanleihen im vorfeld der verhandlungen mit den gläubigern lag, zu denen auch die ezb gehört, war aber auch kein zufall. und ich denke wir wissen beide, dass diese technischen begründungen im fall des wollens, nicht viel bestand haben.
      das ist ein rein politischer vorgang gewesen, bei dem man auch sah, zu welchen problemen diese art der rettung führt, wenn man zugleich behauptet, die ezb sei vollkommen unabhängig.
      die weiteren vorgänge zu dem thema gehen dann noch in die richtung, dass die ezb ggü. anderen gläubigern bevorzugt wird, wofür es auch keinerlei rechtliche grundlage gäbe. aber durchaus eine politische… und wir können das nicht voneinander trennen in der gesamtbetrachtung.

      egghat hat da wiederum einen guten Punkt, wenn er auf die EK-Anforderungen im Rahmen der verschärften Bankenregulierung hinweist. Die sind sicherlich kontraproduktiv in der akt. Situation.

      da sind wir uns auch alle einig. aber auch hier wieder: das ist politisch getrieben und somit auch anders zu bewerten.

      zum ausgangspunkt zurück. das sich verändernde szenario der ezb weist immer mehr gen direkte stimulierung der wirtschaft in europa. ich sehe diesen vorgang erst am anfang stehend. das verändert aber weder die ursprünge des problems, noch die schwachen bilanzen der banken. und dass die politik noch zusätzlich schwächend eingreift, über die anforderung steigender ek-quoten, ist auch schon seit jahren klar. weswegen wir im ergebnis auch nur statuieren können, dass die krise am köcheln bleibt und der befreiende schlag ausbleibt. mein tipp ist, dass die ezb noch viel stärker wird in den markt eingreifen müssen.

      mfg
      mh

    2. Marco hat schon das meiste beantwortet, daher würde ich nur noch auf einen Punkt antworten: Die Kreditvergabe der Banken in der Eurozone war *dramatisch* eingebrochen.

      Ich kann hier keine Bilder reinwerfen, nimm mal diesen Tweet (Quelle ist drin):

      https://twitter.com/egghat/status/769237214823874565

      Die Kreditvergabe zieht gerade erst wieder an. Ich weiss nicht, wie schnell das Geld üblicherweise in der Realwirtschaft ankommt und dort Wirkung entfaltet. Wenn das Geld schnell wirkt, könnte sich Marcos Einschätzung (“EZB wird wohl noch viel mehr machen müssen”) als zu pessimistisch herausstellen. Ich bin da (ganz vorsichtig) etwas optimistischer, weil ich oller Bundesbank-Anhänger bin und deren Geldmengensteuerung nicht für die dümmste aller Ideen gehalten habe.

    1. 🙂 Freut mich.

      Die Kinder waren auch begeistert.
      Vom Urlaub auf dem Bauernhof, aber auch von den Wanderungen mit Einkehr auf den Almgaststätten.
      Und was man echt nicht unterschätzen darf: diese alpenländische/italienische Küche ist unglaublich kinderfreundlich.

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