Mikro025 Donald wird reicher, Ägypten ist arm und Indien tauscht um

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die Mikroökonomen sind ein unabhängiger Podcast über Wirtschaft, der, wenn die Zeit vorhanden ist, bemüht ist die Themen auszurecherchieren. Wir wollen keine Werbung machen und dauerhaft ein unabhängiges Informationsangebot aufbauen, dass die Dinge anders macht. Möglich wird dies erst durch Euch. Vielen Dank dafür!

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Überraschungsthema BGE

Interessantes Thema. Vertagt auf später (Hörerfeeedback?)

N26

N26 hilft doch beim Kontoumzug auf die neue IBAN. Kommuniziert es aber einmal so, einmal so …

GLS

Nachklapp: GLS-Beitrag (60€/Jahr) gilt pro Kunde, nicht pro Konto.

IEX

Anti-HFT-Börse verzögert per 36 Meilen langer Glasfaserspindel (und nicht irgendwie per Algorithmus/Router-Software/…)

Wikipedia: IEX

Trump

Trump cancelt TPP (will er am ersten Tag seiner Amtsszeit machen)
NZZ: Trump kündigt Ausstieg aus TPP-Abkommen an
Buzzfeed: This Is How Steve Bannon Sees The Entire World
Vox: 10 things we learned about Trump adviser Steve Bannon from this recently surfaced speech

Trump soll mit Argentiniens Präsident auch über Geschäftspläne gesprochen haben. Wurde offiziell dementiert (aber nun ja …)

Guardian: Trump did not ask Argentina’s president for business favor, spokesman says

Ähnliche Berichte gibt es auch aus Indien.

Donald Trump meets Indian partners, hails PM Modi’s work

Ob Trump eine Kleptokratie installieren wird, muss genau beobachtet werden. Ärmer wird er während seiner Amtszeit aber wohl kaum …

Kapitelmarke Ägypten

Ägypten hat der Wechselkurs der eigenen Währung freigegeben, der Kurs halbierte sich in etwa.

SZ: Ägypten – Teurer ist nur das Vertrauen

Damit wurde eine Bedingung des IWF erfüllt, der seinen Kredit danach freigab:

Handelsblatt: Ägypten erhält 11-Milliarden-Dollar-Finanzspritze vom IWF

Im Land gibt es natürlich Proteste, die Inflation droht durch die Decke zu gehen (Schätzungen sehen 40%). Es regt sich Protest und zwar auch in höheren Gesellschaftsschichten. Üblicherweise (meint Marco) ein großes Warnzeichen für autoritäre Regierungen.

Protests at Elite University Show How Egyptian Cash Crisis Tests All

Kapitelmarke Indien

Indien hat die “großen” Geldscheine verboten. 500 und 1000 Rupien-Scheine müssen nun bei Banken umgetauscht werden (1000 Rupien ca. 14€). Der Umtausch läuft über ein Einzahlung auf ein Konto und anschließendes Geldabheben mit neuen Noten. Diese Neuausgabe ist allerdings beschränkt (pro Tag auf etwa 140 Euro).

Heise: Eine Woche ohne Bargeld: Chaos nach Indiens Blitzreform

Interessantes Thema, denn einen solch umfangreichen Bargeldeinzug in wirtschaftlich vergleichsweise ruhigen und friedlichen Zeiten gab es noch nie. Sollen wir dazu noch mal was ausführlicheres machen?

Kapitelmarke FAQ Medienschelte

Die FAZ hat ein neues Magazin gestartet. FAQ. Erscheint qaurtalsweise, kostet ca. 10€.
SZ: Neues FAZ-Hochglanzmagazin – Nur ein bisschen hedonistisch

Die von Marco exemplarisch angesprochene Reportage gibt es (leider?) nicht online.

Marco fragt sich, warum es in Deutschland nicht mehr Reportagen in der hohen Qualität gibt, wie sie in den USA z.B. bei ForeignPolicy und dem Atlantic gibt.

Kapitelmarke Wir machen Ende

Podcast App für iOS: Overcast

Mikrooekonomen auf Patreon

App Store – Wie soll man da bloß Geld verdienen

Keine Links

Paywalls vernichten die Demokratie

Sind die Paywalls der Qualitätspresse ein Hemmnis für die Meinungsbildung in der Demokratie? Täte es uns allen gut, wenn es keine Paywalls gäbe?

TAZ: Die Paywall einreißen. Dringend.

Altes Lieblingsthema von egghat: Wie bekommt man öffentlich-rechtliche und private in ein Boot und wie kann man das irgendwie sinnvoll finanzieren? VG Wort? Flattr? GEZ?

Ein bisschen Senf dazu von egghat

Picks

egghat pickt:

Was kann Trump realistisch umsetzen und was eher nicht:
Planet Money #735: President Trump

In einer älteren Folge von mir mal angesprochen: Ein Ökonom versucht Wahlkampf zu machen. Seine Thesen/Slogans kommen nicht wirklich gut an … Episode 413: Our Fake Candidate Meets The People

Ebenfalls interessant:
Planet Money #731: Venezuela

Episode 728: The Wells Fargo Hustle

In der Serie kommen ziemlich häufig interessante Themen, kann man ruhig abonnieren: NPR: planet money
THE ECONOMY EXPLAINED

Marco pickt

Marco teilt Artikel und seine Anmerkungen über Pocket. Ihr könnt ihm dort folgen: mh120480 auf Pocket

Bier

egghat: Gegend: Das ist die Düsseldorfer Altstadt
Uerige Doppel Sticke

Marco: Gegend: Zeit: Kalifornien – Unter Giganten
Bier: Gen. Sherman IPA Beer

Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

12 Gedanken zu „Mikro025 Donald wird reicher, Ägypten ist arm und Indien tauscht um“

  1. Zum Grundeinkommen:
    Ich hatte bisher den Eindruck, dass es als grosses Sozialprogramm und zur Befreiung der Menschheit von Arbeit gedacht war. Ein Teil der Fianzierung sollte aus dem Effizienzgewinn kommen, dass man ein bedingungsloses Sozialsystem nicht verwalten muss.

    Nun ist die neue Theorie, wir werden alle arbeitslos weil die Maschinen uebernehmen. Und deswegen brauchen wir ein Grundeinkommen, damit wir nicht verhungern. Das muss dann aber nicht mehr bedingungslos sein, weil wir eh genug Arbeitskraefte uebrig haben.

    Wenn das Grundeinkommen nicht bedingungslos ist, dann ist es vermutlich gerechter. Blinden- und Gehoerlosengeld gibt es ja nicht ohne Grund.

    Ich habe da noch ein paar andere Fragen:
    – Kann man das Grundeinkommen beleihen um ein Haus zu kaufen? (Wenn ja, bringt das die Gefahr der Schuldknechtschaft. Wenn nein, dann bekommt die Bank ihr Geld nicht zurueck, weil jeder einfach aufhoeren koennte zu arbeiten.)
    – Fuehrt man das Grundeinkommen ueberall zum gleichen Zeit in gleicher Hoehe ein? Oder schrittweise? Und wie wehrt man die Migration ab, wenn es in Deutschland 1000 EUR jeden Monat umsonst gibt? Ich wuerde mir das schon ueberlegen, ob ich nach Deutschland zurueckkehre.
    – Wenn die Maschinen eh alles herstellen was wir brauchen, warum dann nicht gleich Kommunismus wie in Isaac Asimovs Buechern?

    Ich habe mir Folfe 23 nochmal angehoert. Ich werde mir euch jetzt immer schneller anhoeren. 🙂

    1. Wieso muss es nicht mehr bedingungslos sein, wenn wir genug Arbeit übrig haben? Verstehe den Gedanken nicht. Bedingung ist doch jetzt (Hartz IV): Du musst einen Job suchen wollen. So viele andere Bedingungen kann ich mir nicht vorstellen. Bedingungslos heißt dann: Mach was du willst, du bekommst die Knete trotzdem. Ob du den ganzen Tag RTL kuckst, Bilder malst, Musik machst, die Mutter pflegst, dich um die Kinder kümmerst, den Garten gießt, jemand aus dem Altenheim die Zeitung vorliest, whatever.

      Zur Migration: Richtig, ein Sozialstaat mit (einem einigermaßen auskömmlichen) Grundeinkommen kann keine unbegrenzte Migration zulassen. Wüsste keine andere Lösung für dieses Problem. Die Linke hat mit der Idee so ihre Probleme, richtig dazu Stellung nimmt v.a. Wagenknecht (was ihr viel Prügel eingebracht hat).

      Und Kommunismus? Weiss nicht. Was wir auf jeden Fall brauchen: eine Abschöpfung der Gewinne, die Maschinen erwirtschaften. Und zwar viel stärker als die 25% (+Soli) + Gewerbesteuer, die heute abgeschöpft werden. Das wird aber nicht einfach, weil Roboter logischerweise deutlich einfacher den Einsatzort wechseln als Arbeiter; sprich wir bekommen hier möglicherweise krassen internationalen Wettbewerb.

    2. Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine attraktive Idee, weil es Verwaltungsaufwand spart. Das ist aber unnoetig, wenn wir alle arbeitslos sind. Wir muessen nicht sparsam mit etwas sein, was wir im Ueberfluss haben.

      Ein bedingtes Grundeinkommen muss ja nicht so aussehen wie Hartz IV. Eine Bedingung kann ja auch sein, dass man politisch aktiv ist, zum Beispiel waehlen geht, auf seine Gesundheit achtet, oder anstelle eine Arbeit zu suchen kreativ taetig ist und ein Buch schreibt.

      Ein bedingtes Grundeinkommen koennte dann auch in der Hoehe individuell und ortsabhaengig bemessen sein (Blindengeld, Nachteilsausgleich), das ist beim auf verwaltungsfreiheit getrimmten bedingungslosen Grundeinkommen nicht moeglich.

      Ueberhaupt find ich, dass ein fuer alle gleiches bedingungsloses Grundeinkommen ziemlich unsozial sein koennte.

  2. Ich verstehe deinen Grundgedanken leider immer noch nicht. Vielleicht mal anders aufzäumen: Was würdest du denn zahlen, wenn alle arbeitslos sind?

    (auf das in der Mitte antworte ich erstmal nicht, weil ich das am Anfang nicht verstehe)

    Zum letzten Abschnitt:

    Könnte unsozial sein. Du meinst wahrscheinlich: Wenn jmd hohes Einkommen und/oder Vermögen hat, braucht er kein BGE. Ja, kann ich nachvollziehen. Aber: Damit produzierst du wieder Verwaltungsaufwand. Ein BGE ist eh nur zu finanzieren, wenn irgendwo Steuern massiv erhöht werden. Wenn man dieses Grundeinkommen in diese Steuerbasis einbaut, sprich versteuert, würden Leute über die Steuern einen Teil des Grundeinkommens wieder an den Staat zurückzahlen. Progressiv halt. Wer ganz viel verdient, gibt 50% wieder ab, wer wenig verdient, nur 20%. Wer gar nix verdient, darf das BGE komplett behalten. Damit könnte ich leben. (Das Modell hätte den Charme, dass es keine harte Schwelle gibt, ab der sich “Mehrverdienen” nicht mehr lohnt, weil auf einmal das BGE wegfallen würde).

    1. Ich wuerde nichts zahlen. Man findet dann sicherlich genug Leute die ihrem Leben Struktur mit einer sinnvollen Arbeit geben wollen. (Unter der Voraussetzung dass die Maschinen alles lebenswichtige produzieren)

      Ich habe den Vorschlag zum BGE bisher so verstanden: Man nimmt alle Sozialsysteme und wirft sie in einen Topf aus dem man dann einen Pauschalbetrag an jeden auszahlt. Das ist finanzierbar, vor allem wenn man auch den Grundfreibetrag aus der Einkommenssteuer streicht und ein paar andere leichte Aenderungen vornimmt wie von dir vorgeschlagen. Aber das ist unsozial.

      Jemand der aktuell Hartz IV bekommt und ab morgen BGE braucht trotzdem Extrageld um einen defekten Kuehlschrank oder eine defekte Waschmaschine zu ersetzen. Jemand der im Moment Geld aus der Pflegeversicherung bekommt, braucht das auch weiterhin. All das muss mit einer Verwaltung entschieden werden.

      Ich denke man kommt nicht darum, dass man fuer Millionen Menschen eine Beduerfnispruefung vornimmt um zu entscheiden ob sie mehr Geld brauchen als das BGE. Dann kann man doch auch gleich fuer jeden einen individuellen Betrag festlegen.

    2. Eine der Ideen eines BGEs, wie sie Götz Werner vertritt, geht wir folgt: Es gibt ein hohes BGE (1000 bis 1200€) und gleichzeitig ziemlich hohe Mehrwert- und Verbrauchssteuern. Weil für das Überleben gesorgt ist, kann der Lohn deutlich gesenkt werden. Selbst 4 oder 6 Euro pro Stunde könnten zusammen mit dem BGE ein okayes (Gesamt-)Einkommen ergeben, weil es ja nur “Zusatz”einkommen wäre. Damit würde die Nachfrage nach personalintensiven Dingen massiv steigen: Krankenpflege, Altenpflege, Kultur, …

      Auf der anderen Seite könnten auch die Löhne in den exportorientierten Branchen sinken, weil es ja die 1.000 Euro für jeden gäbe. Deutschland könnte noch wettbewerbsfähiger werden.

      Hört sich jetzt alles zu gut an? Ja möglicherweise. Knackpunkt sind die offenen Grenzen. Und die Möglichkeit im Ausland zu deutlich niedrigeren Preisen einkaufen zu können.

    3. Abgesehen von der “Bedingungslosigkeit” ist dass doch fast das gleiche, wie unsere aktuelle Rente und Earned income tax credts. Wo ist der grosse Vorteil der den Sytemwechsel rechtfertigt?

      So ein Systemwechsel is sehr schwierig. Ein BGE kann man vermutlich nur EU-weit einfuehren. Die Grenzen muss man vermutlich trotzdem schliessen. Wie geht man mit den Neidern um, die es den “Faulen” nicht goennen einfach so Geld zu bekommen?

  3. Ich habe gerade ein Interview mit Brad Katsuyama, dem CEO von IEX gesehen. (https://www.youtube.com/watch?v=7Olf2TiuAos)

    Er erklärt darin, warum das 38 Meilen lange Kabel eingesetzt wird. Aus mehreren Stellen zusammengefasst:
    Die SEC Regulation National Market System erlaube kein “intentional device” zur Verzögern der Veröffentlichung von Kursnotierungen. Also keinen Router oder irgendeine Software. Allerdings nutzten, laut Katsuyama, andere Börsen gleichlange aufgerollte Kabel, um alle colocation HFT-Servern mit der gleichen Verzögerung auszustatten (den im Rechenzentrum nahe am eigentlichen Börsensystem stehenden Servern und auch denen, die hinten in der Ecke stehen). Insoweit sei das Kabel der IEX nur die weitergedachte Lösung um das Spielfeld zwischen HF Tradern und dem Rest der Welt auszugleichen. HFT-Server könnten, sagt er, schneller handeln, als selbst die Notierungssysteme der Börsen selbst die neue Kursnotierung nach einer order feststellen. Die Börsen selbst hätten aber kein Interesse dies zu ändern, da sie mit dem Verkaufen der Zugänge für HF Trader diesen mehr Geld und verdienen würden, als mit den eigentlichen Handel.

    Dem Problem, das er hier lösen will, sei er auf die Spur gekommen, weil er merkte, dass er einen immer kleineren Teil von angebotenenvon Aktien auch tatsächlich kaufen konnte (statt 25000 von 25000 angebotenen Microsoft Aktien vor 2007 und mit den Jahren nur von 10000 von 25000).

    1. Das mit den gleich langen Kabeln in den “normalen” Co-Location-Rechenzentren an den Börsen ist ja mal krass …

      Aber das ganze ist ein EXTREM kompetitives Geschäft. Es gibt da sogar spezielle Netzwerkhardware, wo der Trading-Algorithmus über einen FPGA in die Hardware auf der Netzwerkkarte gegossen wird. Die Daten vom Netzwerk zur CPU zu schieben würde zu viel Latenz hinzufügen.

      http://trading-gurus.com/argon-design-an-fpga-based-hft-platform/

      Danke für den Link und das Feedback!

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