Mikro041 Über die Arbeit im 21. Jahrhundert

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Wir sind mal wieder anders. Zu Gast ist Eva Konzett. Sie erzählt uns über das Ein-Personen-Unternehmen in Österreich.

Gerade bei dieser Ausgabe freuen wir uns sehr über eure Gedanken und Lösungsvorschläge!

Bier?

Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

5 Gedanken zu „Mikro041 Über die Arbeit im 21. Jahrhundert“

  1. Ein denkbares Modell wäre der Weg, den die KSK (Künstlersozialkasse) geht, da muss der Auftraggeber einen prozentualen Anteil an die KSK abtreten. Problem hierbei ist, dass der Auftragnehmer oftmals gar nichts davon hat, da diese Abgabe unabhängig davon geleistet werden muss, ob der Auftragnehmer Mitglied der KSK ist. Aber die Grundidee würde die Unternehmen dazu verpflichten Sozialabgaben zu leisten, was den Anreiz verringern würde die Angestellten zur Solo-Selbständigkeit zu treiben.
    Das kann halt nur der Gesetzgeber schaffen. Und wie man den dazu bringt, da bin ich halt ein wenig desillusioniert.
    Der andere Gedankengang beinhaltet das BGE, und dieses Fass mach ich jetzt hier nicht auf ^^

  2. Der Markt kann nicht funktionieren, solange für Arbeitslose der Druck herrscht, auch die miserabelsten Bedingungen zu akzeptieren.
    Es muss ja nicht gleich ein BGE sein. Es würde auch schon reichen, wenn Arbeitsämter solche Beschäftigungsverhältnisse als unzumutbar einstufen würden und Arbeitssuchenden davon abraten würden.

    Ansonsten versuchen die etablierten Parteien Wahlen in der Mitte zu gewinnen. Da gehören die Paketzusteller und das übrige Dienstleistungsproletariat nicht dazu. Das wissen die Betroffenen vermutlich auch größtenteils.
    Vielleicht erklärt das auch diesen Schulz-Hype. Manche hoffen vielleicht wieder, dass sich da jemand ernsthaft für Verbesserungen einsetzen will.
    Außerdem werden Leute mit unsicherer Beschäftigung nicht unbedingt ihre Arbeitgeber mit öffentlichen Beschwerden über ihre Arbeitsbedingungen verärgern wollen.

  3. Ich finde das nicht-funktionieren des Arbeitsmarktes hinsichtlich der befristeten Beschäftigten hat auch Nachteile für die Unternehmen. Die Fluktuation der Belegschaft durch Werkverträge, Leiharbeit und (Schein-)Selbständige führt zu einem konstanten Braindrain im Unternehmen.

    Ich arbeite selbst als Ingenieur in der Industrie und konnte in mehreren gr0ßen Firmen beobachten wie eingearbeitete Kollegen verschwanden, weil die Überlassung nicht rechtzeitig verlängert wurde, ein Dienstleister lieber Arbeitnehmerüberlassung machen würde und dies mit einem anderen (d.h. neuen) Kollegen auf einem “gestückelten” Werkauftrag kommuniziert und der Betriebsrat (zu recht) gerne den Leiharbeiter nach knapp 2 Jahren fest im Betrieb hätte, …

    Diese fachlichen Verluste im Betrieb werden meines Wissens nicht durch Kennzahlen erfasst. Zumindest scheint es so zu sein, da das Management sich nicht an den Kosten stört ständig neue Leute einarbeiten zu müssen, welche das Unternehmen kurze Zeit später wieder verlassen.

  4. Ich seh das als weltweiten Trend, verschärft durch die letzten Krisen und habe da wenig Hoffnung jetzt Deutschland speziell, was Staat (Parteien) und Gewerkschaften betrifft, beide sind mMn bisher sehr intensiv mit dabei, das Risiko und die Kosten auf die schwächsten Schultern zu wuchten, die auch außerhalb ihres Klientels liegen!

    Allein was die Kontrolle solcher Arbeitsverhältnisse betrifft, gibt es da nicht umsonst kaum Daten, bei Selbstständigen ist die FSK des Zolls ziemlich hilflos…etc. pp.

    Und Waldfee hat da ganz Recht, wenn man funktionierend regulieren will, kann man das nicht wie bisher am Arbeitnehmer gesetzlich festmachen, die Zeitregelungen waren an den Unis, bei Zeitarbeitern etc. bisher vor allem zu Lasten der AN ausgegangen, weil sie halt ersetzt werden, bevor sie Klagerechte erreichen.
    Das geht nur über Pauschalabgaben/Regelungen bei Arbeitgebern/Branchen spezifisch bspw., wer zu viel unsoziale Arbeitsverhältnisse in seinem Unternehmen betreibt, wird reguliert.

  5. Sorry, vor lauter Emotionen gleich mit der Tür ins Haus gefallen, eigentlich wollte ich Euch loben, so ein wichtiges Thema mal halbwegs ausführlich behandelt! Bitte bleibt da dran und lasst Euch nicht zu sehr von Änderungen der Begrifflichkeiten verwirren, ICH-AGs mags nicht mehr geben, aber der Trend geht weiter, ein Blick auf Deutschland wäre da sehr gut.

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