Mikro055 – Die Papierkram Ausgabe

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Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

6 Gedanken zu „Mikro055 – Die Papierkram Ausgabe“

  1. Zu den US Banken, die nicht wissen welche Kredite sie zu welchen Konditionen in ihren Büchern haben die folgenden Links (d.h. häufig wohl Excel-Sheets, siehe dort…). Die Webseite thedailywtf.com sammelt Anekdoten von Programmierern, die aus ihrem Alltag erzählen -natürlich ohne Nennung wirklichen von Firmennamen.
    Das Problem sind auch anscheinend nicht immer die Kosten für neue Software, sondern wie häufiger bei Softwareprojekten, die Verwerfungen, die der neue Prozess in der Organisation bedeutet. Dazu auch die Notwendigkeit vorher gemachte Fehler korrigieren zu müssen. Das würde z.T. zu extreeeem schlechten Quartalszahlen führen, wenn Korrekturen für jahrelang akkumulierende Fehler durchgeführt werden müssten.

    Eigentlicher Artikel: https://thedailywtf.com/articles/The-Great-Excel-Spreadsheet
    Nutzerkommentare mit weiteren Anekdoten:
    https://thedailywtf.com/articles/comments/The-Great-Excel-Spreadsheet#comment-232384
    https://thedailywtf.com/articles/comments/The-Great-Excel-Spreadsheet#comment-232361

    Auch nett, 14 verlorene Millionen…
    http://thedailywtf.com/articles/The-Accounts-were-Pounded

  2. Zum Thema Haftung von Geschäftsführern und Vorständen
    Ich würde zunächst einmal vorschlagen, sich nicht primär aufs Strafrecht zu stürzen. Das ist zwar relativ beliebt aber auch oft nicht unbedingt der zielführende Weg.
    Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte haften in Deutschland grundsätzlich gegenüber der Gesellschaft, wenn sie ihre Pflichten verletzen (§43 GmbHG, §§93, 116 AktG). Darauf dürfte sich wohl auch der von Euch zitierte ThyssenKrupp Fall stützen und wie das Beispiel zeigt, scheint der Streit erstmal um das Vorliegen einer Pflichtverletzung zu gehen. Und genau da denke ich, müsste man auch ansetzen. Wenn ein Vorstand oder Geschäftsführer nicht beweisen kann, dass er dafür gesorgt hat, dass sich das von ihm (oder ihr) geführte Unternehmen bei wesentlichen Angelegenheiten nicht an Gesetze gehalten hat, dann sollte die persönliche Haftung eingreifen – und hier müsste man dann gegebenenfalls auch Vorstand und Geschäftsführer kollektiv in die Pflicht nehmen, damit so eine Ausrede wie “War nicht mein Bereich” eben nicht zieht.
    Weitet man das jetzt noch auf den Aufsichtsrat aus und nimmt die Wirtschaftsprüfer (ich würde das ohnehin eher für prüfungspflichtige Unternehmen vorschlagen) mit ins Boot (vielleicht über eine gesamtschuldnerische Haftung), dann würde sich wahrscheinlich ausreichend Druck aufbauen, ordentlich zu dokumentieren und auf die Einhaltung von Gesetzen zu achten.
    Und über die Wesentlichkeit könnte man dafür sorgen, dass es jetzt nicht bei jeder Kleinigkeit zu einer Haftungsklage kommt, aber bei dem Kartellrechtsverstoß dieser Größenordnung oder der Dieselgeschichte wäre die ja zweifellos gegeben (Mir ist schon klar, dass der CFO vielleicht nix von Technik versteht und der technische Geschäftsführer vielleicht keine Bilanz lesen kann, aber jeder kann für seinen Bereich dokumentieren, dass er seinen Job ordentlich gemacht hat und das mit den anderen teilen. Und dann sollten die wesentlichen Dinge im Rahmen der Jahresabschlussprüfung ja eh angeschaut werden).
    Und vielleicht würde es auch Sinn machen, die Unternehmen dazu zu verpflichten, in solchen Fällen Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte in die Haftung zu nehmen. Die Motivation hierfür dürfte oft wegen eigener Betroffenheit sehr gering sein und dafür müsste man sich noch einen smarten Mechanismus ausdenken.
    Es wäre dann jedenfalls einfach viel unattraktiver gegen Gesetze zu verstoßen, um hohe Boni zu bekommen, da die Gefahr, mehr als diese zu verlieren, sehr groß würde.
    Das mag jetzt vielleicht für einige Menschen krass klingen, aber eigentlich geht es nur darum, dass wir dafür sorgen, dass sich Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte ans Gesetz halten müssen und ansonsten für den finanziellen Schaden haften. Aus meiner Sicht steht das schon so im Gesetz, es ist aber leider nicht so ausgestaltet, dass es regelmäßig zur Anwendung kommt – jedenfalls kommen mir solche Fälle nur selten unter. Und nach meiner bescheidenen Erfahrung ist die praktisch fehlende persönliche Haftung – insbesondere auch von Aufsichtsräten – mit das größte Problem, warum es so “attraktiv” ist, sich nicht an Gesetze zu halten, wenn man damit Geld verdienen kann.
    Noch wichtig: Es geht bei alledem nicht um die Sinnhaftigkeit von unternehmerischen Entscheidungen, sondern nur um die Verletzung von Pflichten.

    1. Dass es überhaupt noch extreme Armut in Europa gibt, ist natürlich äußerst enttäuschend. Wenn man sich allerdings die Sparprogramme in den Südländern anschaut, war auch irgendwie klar, dass es in dieser Hinsicht eine klare Verschlechterung geben muss. Politisch dagegen gemacht haben wir leider nichts … (und zum Weitersparen gezwungen, auch in Ländern,in denen es nicht einmal ein Konstrukt wie Sozialhilfe gibt).

      Was am SZ Artikel so frustrierend ist: Es gibt vieles, was man an der Armutserfassung und -bestimmung kritisieren kann. Man kann über den Schwellwert diskutieren. Ob man die Daten hat. Ob man von Ländern mit falschen Daten versorgt werden. Und und und. Der Ourworld-in-Data-Artikel nennt ja ein paar der unterschiedlichen Ergebnisse, die dabei herauskommen können.

      https://ourworldindata.org/extreme-poverty-in-rich-countries-what-we-know-and-what-we-dont-know/

      Aber genau das wird alles nicht diskutiert, sondern die gesamte Entwicklung in Frage gestellt. Also angezweifelt, ob es überhaupt eine Reduzierung der absoluten Armut gegeben hat. Ich glaube aber, dass das niemand anzweifelt, auch keiner der Wissenschaftler, die im Ourworld-in-Data-Artikel genannt werden. Diese mögen zwar auf deutlich unterschiedliche Zahlen für die aktuelle Anzahl von Armen kommen, diese mögen auf unterschiedliche Zahlen vor 25 Jahren kommen, aber ich schätze dass niemand behauptet, dass heute mehr Menschen in absoluter Armut leben müssen als vor 25 Jahren …

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