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Mikro009 Brexit ohne Ende

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Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

Marco Herack
Marco Herack

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Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

4 Comments

  1. Christoph Christoph

    Schöne Sendung.

    Anmerkungen zu 2 Themenbereichen:

    1. Ich sehe die Probleme für insbesondere London schon jetzt. Ich bin Softwareentwickler und kenne ca. ein Dutzend Leute aus der EU, die in den letzten Jahren nach London zu Startups gegangen sind. Von 3/4 weiss ich, dass die bereits haben angefangen sich wieder auf dem Festland zu bewerben – einfach weil die Unsicherheit zu gross ist. Daneben kenne ich noch ein paar Leute aus dem akademischen Bereich, die es ähnlich machen. Ich glaube der Schaden ist bereits jetzt immens.

    2. Ich war in meinem Berufsleben in mehreren grossen Orgasationen: Wehrpflicht in einer der obersten Kommandobehörden der Bundeswehr, bei einem deutschen Grossunternehmen und bei einer Internet-Grösse und auch im Mittelstand und hatte auch im im Mittelstand viele Kunden im öffentlichen Bereich. Meine Erfahrung widerspricht der Marcos: Ich denke nicht – sowohl im öffentlichen Bereich wie auch der Wirtschaft – dass diese inkompetent sind. Vielmehr sind diese Organisationen enorm starr und können sich in ihrer Gesamtheit immer nur auf 1-2 grössere Themen konzentrieren, die eine ß„nderung darstellen – alles andere läuft einfach weiter.

    Beispiele:
    – Die ganze Kraft der Regierung Obama war eine Legislatur mit PPACA (aka Obamacare) beschäftigt. Damit wurden alle Resourcen aufgebraucht.
    – Microsoft: Jetzt ist der Focus Business-Cloud (sowohl Azure wie auch Office und Dynamics) und Mobile Devices und auch Bing/Live fallen aus dem Focus.

    – Google: Suche+Werbung läuft, dann Android, dann war Plus, jetzt ist Machine Learning. Die Organisation ist daneben nicht in der Lage etwas wie Nest weiter zu entwickeln.

    – Apple: Warum kommen aus Apple keine Innovativen Cloud-Dienste? Oder wenigstens funktionierende? Das bekommen ja Firmen mit 50 Mitarbeitern oft hin. Das ist keine Inkompetenz, sondern das Unternehmen organisiert sich um das eine Thema: Das jährliche iPhone/iOS Release. Daneben kommt nicht viel. Und vielleicht noch ein Thema im verborgenen (wie das erste iPhone, aktuell mag das iCar sein?). Warum wird der Apple TV nicht gepusht? Warum HomeKit nicht? Imho hat Apple nicht die Kraft rund um das eine Thema iPhone.

    – Ich sehe das selbst bei Mittelständlern ab ca. 50 Mitarbeitern. Da wird dann eine Thema verordnet und das dann beackert bevor das nächste Thema kommt.

    – Warum kam aus keinem deutschen Automobilhersteller ein Tesla? Eben aus dem Grund oben: Solange das nicht DAS eine Thema im Fokus der Gesamtorganisation ist, so lange tut sich da nichts.

    – Ich denke, dass sehr oft auch der Grund ist, warum Unternehmen Geschäftsbereiche ausserhalb ihres Kerngeschäfts abstossen: Nicht, weil da keine Gewinne anfallen, sondern weil man als Gesamtorganisation einfach nicht in der Lage ist, in mehreren Bereichen agil auf den Markt zu reagieren.

    Im Endeffekt: Ich glaube dass alle groesseren Organisationen unflexibel sind und ich denke nicht dass das mit Inkompetenz zu tun hat: Ich denke es ist einfach inhärent. Wenn ihr Gegenbeispiele für meine These habt: Immer her damit.

    • zu 2.: wir werden da nächstes mal noch drüber sprechen. ich sehe das problem in den entscheidungsmatrixen, die ein handeln geradezu vorgeben und entscheidungen auch delegieren. es geht dann bei der entscheidungsfindung nicht so sehr um kompetenz.

      unser bisheriger bezug war aber auch der politische bereich, nicht der unternehmerische.

      der tickt noch etwas anders. du hast mE in jedem fall insofern recht, als dass unternehmen sich um einen kernbereich herum strukturieren. das andere ist, dass unternehmen wie bspw. daimler recht gewinnorientiert arbeiten.. und eben genau deswegen nicht die milliarden in einen neuen tesla stecken und mehrere (für sie) erfolglose modelle produzieren (können). als start-up unterliegt man anderen regeln und hoffungen.. das ist auch ein psychologischer effekt bei denen, die das bewerten.

      hierzu könnte man auf die xbox-sparte von microsoft verweisen. diese scheint ein reines zufallsprodukt zu sein. und zwar in dem sinne, als dass ständig ein anderer bereich in diese sparte hineinregieren wollte und das verhindert wurde. sei es durch die browsertechnik wie auch die seinerzeit noch ganz miese windowssparte… da sind im zweifel eher die machtkämpfe lähmend.

      man könnte dir ein beispiel entgegenhalten… aber ich denke amazon ist nicht mit sehr vielen existierenden unternehmen vergleichbar. bezos kreiert sein unternehmen quasi als eigenen markt, innerhalb dem um ideen gekämpft wird. google und facebook kaufen sich das hinzu, was amazon im regelfall selbst ausprobiert… das zukaufverhalten ist ja sehr selektiv bei dem laden.

      mfg
      mh

    • Erstmal danke für das Lob.

      Zu der „Größere Organisationen können nur ein Thema gleichzeitig beackern“ These: Interessant. Ob ich diese teile … weiss nicht. Google sehe ich z.B. überhaupt nicht als eine Ein-Themen-Firma. Mit Suche, Android, ChromeBooks, AI, Autos machen die einfach zu viel gleichzeitig. Die haben sich vor Ewigkeiten Peter Norvig geangelt, eine der klügsten Köpfe in der AI-Machine Learning-Ecke. Manche Themen werfen erst nach ein paar Jahren Ergebnisse ab. Es mag jetzt von außen so wirken, als würde Google jetzt nur noch um diesen „Ein-Produkt-Fokus“ kreisen, das täuscht aber IMHO, das sind die Ergebnisse, die über Jahre erarbeitet wurden.

      Ich würde aber sofort mit deiner These gehen, wenn man sie umdreht: Firmen, denen der Fokus fehlt und die hinter alle Projekte und Ideen gleich viele Ressourcen werfen, bekommen häufig gar nicht fertig bzw. gut.

  2. Christoph Christoph

    Sorry für die späte Antwort: Ich verliere die Blog-Kommentare öfter mal aus den Augen. Und beim hören hänge ich auch hinterher dank EM 😉

    @egghead Es geht mir nicht darum, dass eine Firma nur ein Thema bearbeiten kann. Mir ging es eher darum, dass Firmen (oder allgemein Organisationen) nicht die Kraft haben ihre strategischen Ausrichtungen in mehreren Bereichen auf einmal zu verändern.
    Bei Google wird eben Android wird halt im normalen Trott weiterentwickelt und auch die Suche. Die strategische Neuerung ist die Ausweitung der Machine-Learning Technologien in andere Bereiche. Das sind die ß„nderungen, die den Organisationen Kraft abverlangen.

    Ich sehe es auch nicht immer als schlimm an, wenn der Fokus fehlt (in einem Bereich): Es gibt genügend Märkte, die eine gewisse Reife haben, wo es kaum umwälzende Innovationen gibt. Nehmen wie die Automobilindustrie der letzten 50 Jahre: Klar gab es da strategischen Fortschritt. Aber im wesentlichen sind alle Automobilhersteller im Gleichschritt marschiert.

    Ob dort Amazon wirklich so eine Ausnahme ist: Ich weiss es nicht. Die Konsumer-Platform steht im wesentlichen und auch die Cloud-Dienste werden eher stetig weiterentwickelt. Eine Umwälzung sehe ich bei Amazon im Augenblick hauptsächlich darin, die Logistik vollständig zu übernehmen (eigene Frachtflugzeuge, 1 Stunden Lieferung mit eigenen Fahrzeugen etc.)

    @Marco Ich weiss, dass euer Focus die Politik war, daher sprach ich auch von Organisationen. Ich glaube da unterscheiden sich die beiden Bereich nicht so sehr – mit dem Unterschied, dass Unternehmen, die bei notwendigen strategischen ß„nderungen zu langsam sind – die verschwinden vom Markt. Durch die fehlende Selektion ist das Problem in der Politik sicherlich ausgeprägter – das hattet ihr ja auch in der Diskussion erwähnt.

    Aber wie immer liegt die Wahrheit wahrscheinlich nicht im geschilderten Extrem.

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