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8 Kommentare

  1. Hein Kerstgens 17. Juni 2018 um 8:18

    Mal wieder ein schöner Podcast. Kurz zuvor ist mir im Internet die Meinung von Werner Rügemer zugeflogen. Der schreibt, dass es bei Berücksichtigung der Dienstleistungen und Gewinntransfers gar kein Handelsbilanz Defizit zwischen den USA und Europa gäbe. Ist diese Lesart ernst zu nehmen?

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    1. Jein. Der Teil mit den Dienstleistungen ist unstrittig. Man kann von den 150 Mrd. also 50 Milliarden abziehen. Ob die 100 Milliarden Primärzahlungen die Lücke wirklich komplett ausgleichen, ist hingegen umstritten. Wir haben unseren „Chefökonomen“ André Kühnlenz zum Thema angefragt, aber er ist unterwegs (er glaubt übrigens, dass das Quatsch ist, sprich sich das nicht ausgleicht). Vielleicht finden wir einen anderen Experten, der uns das auseinanderdröseln kann. Interessiert uns nämlich auch.

      Danke für das Lob btw.

  2. Gibt es noch Belege zu der Vermutung, es könnten ja irgendwelche Hartz-IV-Studien in Schubladen liegen, die nicht veröffentlicht werden?

    (Übrigens, Evaluationen sind leider nicht so einfach zu erstellen, dass man einfach mal eine „vorher-nachher-Studie“ machen könnte. Es gibt leider nicht mehrere Deutschlands, die man einfach vergleichen könnte. Deshalb ist es so schwierig, solide Aussagen zu machen.)

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  3. Handelskrieg finde ich glaube ich gut. Kleinere Maerkte kommen doch den kleinen Arbeitnehmern zu gute. Geld bzw. viel Geld hat die Moeglichkeiten sich irgendwo auf der Welt zu vermehren, also da wo es passt. Irgendwo auf der Welt ist aber zu 99% da wo ich nicht hin kann oder moechte.

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    1. Kleinere Märkte bedeuten aber auch kleinere Fabriken, weniger Spezialisierung, weniger Geld für Forschung (manchmal braucht man internationale Megafirmen, um bestimmte Produkte zu entwickeln, siehe zB Halbleiterforschung). In vielen Bereichen gibt es nur deshalb bessere und preiswertere Produkte, weil es weltweit ein paar große Firmen mit einigen wenigen großen Fabriken gibt. Gerade in der Technologie. RAM, Flash, Festplatten, LC-Displays, Akkus, Solarzellen, … Alles Produkte, die in den letzten Jahrzehnten massiv besser und billiger wurden. Dafür brauchte es aber Milliarden für Fabriken und Forschung. Wenn jedes Land das selber machen würde, wären wir nicht so weit.

      Ja, kleinteiliger bedeutet wohl mehr Arbeitsplätze. Aber auch teurere und schlechtere Produkte. Alles in allem gibt es kaum Volkswirte, die an den Vorteilen durch die weltweite Arbeitsteilung zweifeln.

      Ein Beispiel: Tesla hat mehrfach betont, dass sie *allein durch die Größe der Gigafactory* mit einem Kostenvorteil bei den Akkus von 15-20% rechnen. (Darauf kommen noch ein paar Prozentpunkte die aus der besseren Technologie stammen)

    2. Hi Dieter,
      ja, deine Argumente machen natuerlich Sinn, aber um es mal auf die Spitze zu Treiben, angenommen wir haetten noch die Golddeckung des Dollars aus den Siebzigern und natuerlich angenommen diese wuerde funktionieren, also ohne Veruntreuung. Es wuerde sehr viel weniger Geld auf der Welt sein und damit viel viel weniger Schulden. Und das bedienen von Schulden hat in der heutigen Zeit so groteske Formen angenommen das es die Entwicklung Gesellschaft seit Jahrzehnten massiv hemmt. Ich glaube das kleine Maerkte den Geldfluss hemmen, damit die Schuldenbildung. Und es koennte dann dazu kommen das ich nur noch 30 oder 25 Stunden in der Woche arbeiten muesste, und dann wuerde ich in meiner Freizeit mit vielen anderen Leuten zusammen Forschung und Kunst betreiben. Und das wurde dann bedeuten das wir schon laengst die Krebs besiegt haetten, wir wuerden Erze auf Asteroiden abbauen um dann damit riesige Umlenkspiegel zu bauen die Raumschiffe mit Solarsegeln mit Sonnenenergie zu fremden Welten aufbrechen lassen.

      Aber so eine Gesellschaft ist dann vielleicht doch zu dynamisch um noch stabil zu sein. Aber egal, kleine Maerkte bieten Chancen, meiner Meinung nach. 🙂

  4. Hallo,

    kurze Rückfrage zum TARGET2-Segment. Entweder ich habe euch falsch verstanden oder mir fehlt es an grundlegendem Verständnis:

    Warum macht es (für den TARGET2-Saldo) einen Unterschied, ob das ausländische Unternehmen das Wirtschaftsgut auf Kredit kauft oder aus bestehendem (Bank-)Guthaben?

    So wie ich es verstanden habe, belastet die ausländische Bank das Geschäftskonto ihres Kunden und die ausländische Zentralbank wiederum das „Konto“ der Geschäftsbank. Gleichzeitig verbucht sie eine Verbindlichkeit gegenüber der EZB (welche dann zum Ende des Geschäftstags mit etwaigen Forderungen saldiert und auf neue Rechnung vorgetragen wird, Novation).

    Die inländische Zentralbank verbucht spiegelbildlich eine Forderung an die EZB und schreibt den Betrag der Geschäftsbank des Verkäufers gut und diese wiederum dem Geschäftskonto ihres Kunden.

    Danke & weiter so. Beste Grüße

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    1. Das müsste Hannah beantworten. Weiß aber nicht, ob sie gerade die Zeit dafür hat.

      Mein Verständnis ist wie deines … Ob Guthaben oder Kredit ist egal, was aber einen Unterschied machen würde, wäre eine Bezahlung mit Bargeld (also mit dem Koffer voller Bargeld über Brenner und Kufstein …). So habe ich es verstanden …

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