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7 Kommentare

  1. Der Ulrich hat sich beim Schlechtwettergeld vergaloppiert. Das Schlechtwettergeld früher kam vom Arbeitsamt. Heute heißt das Saison-Kurzarbeitergeld und wird aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert. Es gibt dazu Zusatzleistungen. Die werden tatsächlich über eine Umlage finanziert.

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    1. Von Details abstrahiere ich 😉 (du hast ja recht, wenn du auf die Details eingehst). Mir ging es nur darum: Wetterabhängige Branche, die für sich eine Lösung geschaffen hat, um dieses (immer wiederkehrende) Wetter-Problem zu lösen/abzumildern. Es geht natürlich auch um ein anderes Ziel: keine Entlassungen im Winter, es geht um die Sicherung der Löhne der Angestellten; nicht um das Überleben der Unternehmen. Es wird anders finanziert, nicht aus dem Gewinn, sondern über den Lohn. Ich klappe das nach.

    2. Für sich ist gut. Der Großteil kommt aus der Arbeitslosenversicherung, in die wir alle einzahlen.

    3. Laut Wikipedia zahlt das Baugewerbe 2%, das Baunebengewerbe 1% *zusätzlich* ein. Ob das die Kosten deckt, kann ich aber nicht sagen.

    4. So wie ich die Wikipedia verstanden hab ist das was die Baubranche zusätzlich einzahlt für die ergänzenden Leistungen.

  2. Bei der Landwirtschaft hat sich der Ulrich wirklich vergalopiert. Ein Bauer der ein paar Quadratkilometer hat (1 km^2 = 100 Hektar) ist ein Grossbauer, von denen gibt es aber nur 30.000. Die koennen dann vermutlich auch eine Versicherung haben.

    Ausserdem ich habe mal von einem Bauern gehoert, dass Landwirtschaft ein ganz besonderes Geschaeftsmodell ist, bei dem man in den allermeisten Jahren nicht mal die Kapitalkostenerwirtschaftet, dafuer in den 3 Kriegsjahren pro Jahrhundert jedesmal mehrere Mietshaeuser verdient und dann von den Mieteinnahmen den Rest der Zeit lebt.

    In einer aehnlichen Argumentation ist es fester Bestandteil des Geschaeftsmodells, dass es gute und schlechte Erntejahre gibt. In der Vergangenheit war in den schlechten Jahren das wenige Getreide mehr wert und die Bauern konnten ueberlegen. Mit dem staekeren internationalen Handel ist dieser Effekt schwaecher geworden und der Bauer muss sein eigenes Kapital zum Ausgleich aufwenden.

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    1. 1) Ich unterschätze immer die durchschnittliche Größe der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland, shame on me. Halbwegs aktuell: Durchschnittlich 58 Hektar, sprich 0,58 qkm. Ich meine aus dem Kopf heraus, dass man bei Vollerwerbsbetrieben im Durchschnitt in Richtung des Quadratkilometers kommt, vielleicht noch mehr, wenn man die Betriebe rausnimmt, die nur Schweine/Hühner/… züchten und von der Dürre höchstens mittelbar betroffen sind, weil sie eh nur importiertes Soja verfüttern platt gesagt).

      Wo du aber irrst: Auch die großen betriebe sichern sich normalerweise NICHT gegen Dürre ab. Gegen Hagel sind etwa 3/4 der Flächen abgesichert, gegen Dürre nur 0,5%. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/bauern-scheuen-die-kosten-einer-duerre-versicherung-15725414.html

      2) Dass mit den „Kriegsjahren“ habe ich so noch nie gehört. Vor allem scheinen mir 3 pro Jahrhundert echt wenig zu sein. Das ist ja gerade 1 Jahr pro Generation …

      3) Beim Aspekt mit dem internationalen Handel hast du natürlich Recht. Der Ausgleich von schlechten Ernten über steigende Preise findet nur noch eingeschränkt statt. Allerdings gilt das eben auch in guten Jahren: Wenn nicht die gesamten Welternte explodiert, sondern nur die in Deutschland, gibt es eben auch im Gegensatz zu früher keine fallenden Preise. Der Mechanismus wirkt ja in beiden Richtungen. Übrigens könnte man aus dieser Überlegung sogar einen größeren Zwang für ein Absicherungssystem ableiten: Wenn der „natürliche“ Ausgleichsmechanismus über den Preis fehlt, muss man sich noch stärker gegen Ernteschwankungen absichern. Wäre ein guter Punkt für den Podcast gewesen.

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