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8 Kommentare

  1. Erstmal danke für den Podcast! Bin ganz neu zu euch gestoßen und finde ihn einfach toll. Ich bin ein großer Fan von Planet Money von NPR und froh, dass es einen seriösen Witschaftspodcast mit mehr Fokus auf Europa gibt.

    Zwei Anmerkungen zum Thema Zertifikatehandel:

    1. Ihr meintet, dass eine von Regierungen festgesetzte CO2-Steuer einem freien Zertifikatehandel vorzuziehen wäre, weil die Volatilität des Preises dem Markt schaden würde. Ich würde doch meinen, dass der Finanzmarkt Derivate auf Zertifikate erfinden würde, mit denen Unternehmen das Preisschwankungsrisiko ausschalten können, genauso wie es für jeden anderen Rohstoff der Fall ist. Du willst dir den CO2-Preis für deine neue Kohlegrube schon heute sichern? Kauf dir einen Future!

    2. Mögliches Problem mit SpekulantInnen, die den Markt „cornern“: ich denke, dass das ist wie mit allen Rohstoffen: wenn der Markt effizient genug ist, werden es SpekulantInnen nicht weit bringen. Dazu gibt es übrigens eine fantastische aktuelle Planet-Money-Folge über den Zwiebelmarkt in den 50ern (Planet Money #657).

    Anyways: weiter so, ihr Lieben!

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    1. Zu 2)

      „The Onion King“. Kenn ich natürlich 🙂 Vor kurzem erst die Wiederholung empfohlen https://fyyd.de/user/egghat/curation/egghat-empfiehlt/0

      Ob man den Markt cornern kann? Keine Ahnung, wir spekulieren ja darüber. Wird nicht einfach. Allerdings ist man die ganze Diskussion los, wenn man CO2-Rechte nicht handelt, sondern einfach den Ausstoß besteuert. Ich habe gestern bei der Aufnahme leider die Erwähnung dieser Story vergessen: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/a-873285.html. Auch das mehrt meine Zweifel, dass der Markt unbedingt die bessere Lösung ist. Zumindest ist man blind, wenn man die möglichen Probleme ignoriert. (Und IMHO waren auch die letzten Jahre mit Preisen in der wirkungslosen Unter-10-Euro-Region ein Problem. Das war verlorene Zeit).

      zu 1) Klar, Futures könnte es natürlich geben. Die Erfahrung an anderen Märkten, deren Produkte „verfallen“ ist aber, dass da langfristig selten relevante Umsätze zu sehen sind. Selbst Ölfutures sind am langen Ende ziemlich illiquide, wirklich absichern kann man sich da IMHO nicht. Auch bei anderen Rohstoffen werden Lieferverträge oft so abgeschlossen, dass man sich an den Marktpreisen orientiert. Einen Vertrag, der einem Kakao in 10 Jahren zu einem festen Preis zusichert, wird wohl kaum jemand abschließen. Vermute, dass das bei Emissionsrechten nicht anders wäre. Vor allem, weil diese Rechte potenziell unkalkulierbaren politischen Einflüssen unterliegen. Klar, je länger solche Futures (oder Verträge) laufen würden, desto mehr könnte man darüber die Preis „glätten“ und das spekulative Element reduzieren. Aber ob das so komplett aufgeht?

      (Generell ist das größte Problem am Emissionshandel, genauer an wirksamen Preisen der Import. Macht man CO2 hier zu teuer, wandert alles energieintensive nach Indien/Russland/China/Afrika ab. Dafür bräuchte man einen Ausgleichsmechanismus. Also zB einen Zoll auf Energieverbrauch, von dem sich die Länder befreien können, wenn sie sich am Emissionshandel beteiligen. Im Moment sollten die Entwicklungsländer daran eigentlich Interesse haben, weil sie anteilsmäßig mehr Rechte bekommen als die reichen Länder, und dann Rechte überhaben, die verkauft werden können. Eine Besteuerung von Energie ist aber unter WTO-Regime wohl nicht ganz einfach … Aber wenn Trump Zollfreiheitheit für Autos gibt, bei denen genügend Teil zu Stundenlöhnen von mehr als 16$ produziert wurden, sollte man eigentlich auch eine Zollfreiheit für Emissionshandelsteilnehmer machen können. Aber schwierige Frage, die politisch auch aktuell so gut wie gar nicht beackert wird …)

  2. Hallo,

    kleine Anmerkungen zur Abschlussprüfung bei der Deutschen Bank: KPMG hat das Mandat (soweit ich weiß) noch bis Ende 2019, ab 2020 muss die Deutsche Bank neu ausschreiben. Finanzkonzerne (?) müssen spätestens alle 10 Jahre den Abschlussprüfer wechseln.

    Best,

    Simon

    Antworten

    1. Danke für den Hinweis. und zwar zwingend nach 10 Jahren. Wollte es lieber offenlassen, statt was falsches zu erzählen. Wir reichen das nach.

      Quelle: https://www.bdo.de/de-de/services/im-fokus/eu-reform-der-abschlussprufung/externe-und-interne-rotation

    2. Ich war auch nicht sicher und dachte an 5 Jahre. Aber das ist wahrscheinlich die Zahl für normale Konzerne.

    3. 7 Jahre (für die Personen), 10 Jahre für die Firma. 5 Jahre ist also komplett daneben …

      „Unternehmen von öffentlichem Interesse“. Gilt also wohl für alle börsennotierten Firmen …

  3. Nach meinen diversen Lob‘s für Euren Podcasr über Twitter gibt’s nun in den Kommentaren auch 👍👍👍.

    Inhaltlich – Mal was aus meiner Branche 🙂. Energie!!!

    Zu den Emmissionsrechten. Erstmal gut, dass das Thema aufgegriffen wurde. Nach dem Schattendasein des Handels mit diesen Rechten in den letzten Jahren wird es offensichtlich langsam interessant. Und zwar nicht nur wegen der Rechte an sich. Natürlich CO2 Verteuerung und Klimasteuerung – the big picture ist wichtig und macht auch aus meiner Sicht Sinn. Viel entscheidender ist der gewollte Einfluss auf die Strompreise am Großhandelsmarkt, der EEX. Hier ist fast parallel ein Anstieg der Preise an den Terminmärkten mit den CO2 Zertifikaten zu verzeichnen. Und diese haben einen erheblichen Einfluss auf die Endkundenpreise – sowohl für die Industrie als auch für den Privatkundenmarkt.
    Meine bescheidene Markeischätzung lautet, dass die Privatkundenpreise im Frühling nächsten Jahres nicht unerheblich steigen werden. Gedämpft eigentlich nur dadurch, dass die EEG Umlage (derzeit teuerer als eine kWh an der Strombörse) wahrscheinlich keine große Veränderung erfährt.

    Der Podcast ist super! Weiter so – auch gerne mit Themen, manchmal ein bisschen neben dem Mainstream liegen.

    Jan

    Antworten

    1. Erstmal Danke für das Lob.

      Gute Ergänzung, den Einfluss auf die Strompreise (und auch auf die dadurch höhere Wettbewerbsfähigkeit für regenerative Energien, die ja keine CO2-Rechte brauchen) wollte ich eigentlich auch eingehen. Aber wir musste einen kurze Folge machen.

      Wir haben ja diese Woche eine totale Abwatschung der Energiewende vom Bundesrechnungshof bekommen. Viel teuer, wenig Nutzen, gar kein Plan. Vielleicht ein Ansatz, das Thema nochmal aufzugreifen. Ich wollte eigentlich immer eine Spezialfolge zu dem Thema „CO2-Rechte“ machen; das kann man ja auch global beleuchten, aber auch auf europäischer Ebene gibt es da einen Haufen Details (was wird besteuert, wie viel wird verteilt, wie viel wird versteigert, …) machen. Aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen, das detailliert zu bearbeiten …

      Aber ich merke mir schon mal, dass es mindestens einen Interessenten gibt 🙂

      (Kennst du die alte Folge mit @lostgen https://mikrooekonomen.de/podcast/episode/mikro048-trumps-energiewende-nur-heisse-luft/ ?). Da könnte man noch ne Menge erweitern, genau wie die Verkehrswende-Folge … Aber die Zeit …)

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