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12 Kommentare

  1. Danke für die kurzweiligen knapp zwei Stunden, wieder mal weitestgehend laufend im Wald genossen.
    Ich bin zwar kein Sachverständiger, habe aber 4 Jahre meines Berufslebens in dem ominösen Schweigekloster verbracht. Das steht am Gustav-Stresemann-Ring 11in Wiesbaden und ist im echten Leben die Zentrale des Statistischen Bundesamts. Die 5 Herren (natürlich) saßen damals mit ihrem Stab im selben (obersten) stockwerk wie ich und mit ein paar von den Jungs (natürlich)bin ich ein paar mal Essen oder ein Bier trinken gegangen (darunter ein gewisser Jens W., Herr Hüther war nicht so gesellig).
    Im herbst wurde es bei denen dann immer geschäftig und auf dem Flur liefen einem immer die Herren Hax, Peffekoven, Siebert, Franz und Donges über den Weg. Freundliche ältere Herren die mit Sicherheit kluge Köpfe waren (oder noch sind), die aber in ihrer (auch wissenschaftlichen) Diversität ein perfektes Bild der damaligen VWL abgaben. Dass der damalige Unternehmermann Franz zunächst auf Gewerkschaftsticket in den Rat kam ist eine Kuriosität am Rande, die zeigt, wie mainstreamig der Mainstream damals war.
    Die Frage, inwiefern der Rat auch wirklich mit Vorschlägen die politik beraten soll, war auch damals ein Thema. Eine reine Analyse, bei der der Elefant im Raum beschrieben, aber nicht beim Namen genannt wird, sollte man sich wohl wirklich sparen. Und das tut der rat ja auch. Da sich die Politik ohnehin nur mäßig für das Gutachten interessiert, wird der Regelverstoß geduldet – oder gar nicht wahrgenommen.
    Später wurde es etwas (ber nur ganz etwas) bunter mit Frau Weder-di Mauro tatsächlich eine Frau und Herrn Bofinger jemand, der sich traut auch mal etwas deutlicher gegen den Strich zu bürsten (auch wenn er von seinen Grundlagen her wie Hannah richtig sagt, auch noch sehr mainstreamig ist). Ich hatte eigentlich gedacht, dass man hinsichtlich der Vielfalt im Rat etwas lockerer geworden ist und bin angesichts der aktuellen Debatten doch reichlich iritiert. Mir sagt der Name Truger auch nichts und ich habe keine Ahnung, ob der seinen Job gut machen wird. Dass er kein „Top-Wissenschaftler“ 8was auch immer das sein mag) ist, schadet nicht. Wichtiger waären Gutachten, die für die Politik Relevanz haben. dafür muss man auch einen Blick auf die politischen Rahmenbedingungen und Funktionsweisen haben, die eben nicht immer mit der c.p.-Welt der VWL kompatibel sind. Wenn da etwas mehr Input kommt schadet es mit Sicherheit nicht.
    Die anderen müssen jetzt mit ihm zusammen arbeiten. Wenn sie das nicht können sollen sie ihren Stuhl räumen. Das Rumgenöle ist hoch unprofessionell.

    (Brassed Off habe ich mir zufällig gestern mal wieder angesehen. Ist bei Amazon leider nur auf Deutsch, dabei geht viel verloren. Ich mag den Film immernoch, das sehr simple Frauenbild fand ich aber dann doch leicht verstörend.)

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    1. Erstmal danke für das Lob. Und danke für die Insights.

      SVR war natürlich so’n eher nerdiges Thema. Aber weil man dabei auch mal etwas allgemeiner über die Ökonomie reden kann, wurde es länger als gedacht …
      „Franz“ war der, den ich im Podcast als „neoliberal umgepolt“ (oder so ähnlich) bezeichnet hatte; mir fiel nur der Name nicht mehr ein.

      Unprofessionell finde ich das Twitter-Popcorn auch. Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass ich beim Verlinken der Tweets noch alle wiedergefunden habe und keiner etwas gelöscht hatte… (ich habe aber Screenshots 🙂 ).

      Ich glaube, wir klappen das nochmal kurz nach. Es gab noch ein paar nette Tweets dazu. Erstens zur Einschätzung der Top-Ökonomen („Ich war mal auf einem Kongress. 3 „Top-Ökonomen“ und 2 Arbeitsmarktökonomen. Es ging um den Mindestlohn. Die „Top-Ökonomen“: Schlimmer linkskommunistischer-Gewerkschafts-Unfug. Die beiden Arbeitsmarktökonomen: Kein Weltuntergang. Ändert nicht viel. Positive und negative Effekte werden sich wahrscheinlich mehr oder weniger aufheben.“) Top-Ökonomen haben anscheinend zu allem eine Meinung und wissen immer Bescheid. Die Spezialisten betrachten das viel differenzierter und schätzen das oft wohl auch besser ein. Die Frage, wer da jetzt mit viel Wissenschaft und wenig Ideologie rangeht und wer mit dem Gegenteil, beantwortet sich wohl von alleine … Und zweitens war in der SZ ein Artikel mit einem Reformvorschlag. Mal schauen, ob wir das diskutieren oder nur kurz erwähnen.

      Brassed Off im Original ist eigentlich auch ne nette Idee. Ich mag ja den nordenglischen Akzent … Und ja, das Frauenbild ist „einfach“, man muss allerdings auch konstatieren, dass es wohl keinen Beruf gibt, der dermaßen auf Männer fixiert ist wie der des Bergmanns. Es gibt einfach keine Bergfrau. Und da war der 48 Stunden plus Extraschichten-Malocher der Mann und die Frau hatte sich um den und die Blagen zu kümmern. Nicht dass ich das gut finde, aber das kenne ich aus dem Pott auch nicht anders. (Mal ganz davon ab, taugt auch das Männerbild jetzt nicht wirklich zur differenzierten Charakterstudie, das ist schon alles recht grob gezeichnet (am Ende auch die Sozialkritik). Aber ich mochte das ganze Setup. Und ich mag eh Filme mit guter Musik, zu der nicht getanzt wird 😉 ).

  2. Huebsche Seite, gute Sendung. Kenn jetzt nur die Handy version. Aber euer Logo vermisse ich, das sollte ruhig viel prominenter gestellt sein. Außerdem würde ich mich ueber ein T-Shirt freuen. Aber eines mit nur dem Logo und ohne Text oder halt sehr kleinem Text.

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    1. das logo ist auf der mobilen seite momentan draußen, weil die seite (oben) zu rot wurde. wir suchen da momentan noch nach einer lösung.. und dann wirds das logo auch wieder auf der mobilen seite geben.

      mfg
      mh

    2. Danke für das Feedback zur Seite.
      So geht die Wirkung beim Design auseinander. An anderer Stelle haben wir genau die gegenteilige Rückmeldung bekommen.

      Wie Marco schon sagte, sind wir da noch etwas am Testen und Umbauen. Ich bin eher der Techniker und vertraue im Normalfall auf die Design-Vorgaben, aber wir werden Kleinigkeiten und auch weitere größere Verbesserungen über die nächsten Wochen und auch längerfristig Ausrollen.

      Feedback zu allen Bereichen ist immer gern gesehen.

  3. Wieder eine sehr gute Folge. Trotz der Länge!
    Wie hieß denn die Weindatenbank von der Marco berichtet hat? Könnt ihr bitte den Link dazu posten?

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    1. ich hab die app in den picks nachgetragen.

      hier der link: https://www.vivino.com/

  4. Vielen Dank für die erneut gute Folge. Es tut sehr gut, einer ruhigen Diskussion zu folgen bei der tatsächlich gefühlt ausgeredet wird und anschließend dagegen geredet wird (oder auch nicht). Eine tolle Abwechslung zur sonstigen Diskussionskultur in anderen Medien. Ich bin ganz bei Marco und möchte im Allgemeinen auch eher erfahren, bei welchen Details bsplw Dissens herrscht. Hilft beim Meinung bilden mehr, als immer gleichen Einheitsbrei zu lesen.

    PS: Schöne neue Webseite.

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  5. Zu dem Kanadathema: Es ist genauso wie ihr sagt, Alkohol darf in Kanada (ich kann es für British Columbia, Alberta, Yukon und die NW-Territories sagen) nur im Liquor Store verkauft werden. Im normalen Supermarkt gibt es überhaupt keinen Alkohol. Im übrigen nicht mal Bier. Anscheinend gibt es aber für kanadischen Wein eine Ausnahme, die jetzt wohl auch für amerikanischen Wein gelten soll. Nach meiner 4 Wochen alten Erfahrung spielt das aber kaum eine Rolle. Ich kann mich an keinen kanadischen Supermarkt erinnern, in dem es Wein gab. Es geht vermutlich eher um private Weingeschäfte(VQA – Vintners Quality Alliance wine stores), die jetzt auch amerikanischen Wein und nicht nur BC-Wein anbieten dürfen.

    Noch eine Sache mag eine Rolle spielen: Diese Liquor Stores gehören außer in BC und in Alberta (wo sie privatisiert wurden) dem Staat. Das heißt im gesamten Rest des Landes bestimmt der Stadt welcher Alkohol verkauft wird und welcher nicht.

    Im übrigen vielen Dank für den tollen Podcast! Ich bin durch das klasse Interview von Hannah bei Wrint auf euch gekommen und es macht super viel Spaß euch zu hören!

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    1. super, vielen dank für die auflösung. dass die stores dem staat gehören, machts endlich logisch!

      mfg
      mh

    2. Danke für die Aufklärung. Hört sich sehr nach Schweden an. Da waren die ganzen Alk-Stores auch staatlich. Vielleicht sind sind sie es auch noch. Das führt auch dazu, dass es in Schweden nur ca. 300 Sorten Wein gab. Nämlich die, die die staatlichen Stores in ihre Produktpalette aufgenommen haben. Dagegen hat auch jemand geklagt, ich weiß aber nicht, wie es ausgegangen ist.

  6. Ja, dieses System mit dem staatlichen liquor stores ist wirklich speziell. andere Länder, andere Sitten… Ich war schon einige Male auch für längere Zeit in Kanada und trotzdem vergesse ich jedes Mal das es im Supermarkt kein Bier gibt und man dafür nochmal in einem anderen Shop fahren muss.

    ich habe nochmal bisschen geschaut und diese Ausnahme für BC-Wein begrifft wohl vor allem kleine Weinläden, die bis jetzt nur Weine von VQA Winzern, dass ist so etwas ähnliches wie der VDP (Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter) in Deutschland, verkaufen dürften obwohl sie keine Genehmigung als liquor store haben. Diese dürfen wohl in zukunft auch Wein aus dem USA verkaufen, aber weiterhin keine aus dem Rest von Kanada… Weiterhin gibt es wohl auch einzelne wine shops die sämtliche kanadische und dann in Zukunft auch amerikanische Weine verkaufen dürfen. Es ist also kompliziert… Ich vermute, dass diese wine shops eine Möglichkeit für Weingüter sind, selber ihren Wein zu verkaufen, was ja sonst eigentlich nicht möglich ist.

    Ich glaube aber nicht, dass diese neue Regelung eine große Veränderung bedeutet. In den normalen liquor stores gab es auch vorher schon internationale und vor allem kalifornische Weine. Es wird wohl auch in Zukunft keiner gezwungen amerikanischen Wein zu verkaufen, aber das Verbot fällt in Zukunft wohl weg.

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