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15 Kommentare

  1. Das Problem am Netzausbau (bzw dessen Kosten) in Deutschland ist nicht primär die Versteigerung.

    Wie Ulrich richtig anmerkt ist überall auf dem Rest der Welt erlaubt, dass Telkos gemeinschaftlich Infrastruktur betreiben. Oder gar dass die Infrastruktur dem Staat gehört und jede Telko ihren Dienst darüber anbieten kann. Da würde bei uns ja die BnetzA und das Kartellamt Schnappatmung bekommen.

    In der freakshow und im RFC-Podcast gibt es dazu ein paar längliche Sequenzen von Clemens Schrimpe zu, der ja lang genug in dem Bereich gearbeitet hat.

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    1. Aus der freakshow habe ich die Infos über Schweden 🙂

      Ich hab lange versucht herauszufinden, wer die Fläche in Schweden gebaut hat, wie das betrieben und wie das abgerechnet wird. Leider nie was dazu gefunden.

      *freiwilliges* Roaming will die Bundesnetzagentur übrigens zulassen. Das ist aber Murks. Freiwillig funktioniert nicht, weil man die Bedingungen VOR der Versteigerung kennen muss. Deshalb müssen Frequenzen, Flächenanforderungen, Zeitplan, Roaming (ja/nein), etc. jetzt festgelegt werden. Und was die Gebühren angeht: so wie die Bundesnetzagentur die Miete für das Kupferkabel festlegt, könnten auch die Preise für das Roaming festgelegt werden.

      Alles keine perfekten Lösungen. Aber irgendwas braucht man für die Fläche. Der Markt hat das nämlich bei GSM, 3G und 4G nicht allein geregelt. Und das wird sich bei 5G nicht ändern.

  2. Wer sagt denn, dass wir 5G in der Fläche brauchen? Wenn der Markt da nicht liefert, dann ist es vielleicht eine unnütze Investition, die Kapazitäten aufbaut die keiner braucht. Oder anders gesagt 5G in der Fläche ist eine Umverteilung von der Stadt aufs Land vergleichbar der Pendlerpauschale.
    Das hat alle möglichen negativen Effekte, wie Zersiedelung, mehr Verkehr, …

    Es gibt ja auch andere Möglichkeiten für Internet in der Fläche, z.B. Satelliten. Machen wir doch einfach diese Kommunikationswege billiger.

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    1. Wir brauchen 5G für autonomes Fahren, für alle möglichen Geräte, die ihren Status in die Welt funken (jedes Auto, jeder Traktor, jede Maschine hat heute Wartungszugänge für Techniker, die remote abgefragt werden können), Sensoren für Feuchte, Temperatur, etc. habe ich im Podcast ja schon genannt.

      Das sind jetzt alles Beispiele, die keine negativen Effekte hätten. Im Gegenteil: sie würden überflüssiges Wässern, Düngen und auch überflüssige Fahrten ersparen.

      Die Flächen, an die ich denke, haben aktuell keinerlei Probleme mit Zersiedelung, sondern mit Landflucht, also dem genauen Gegenteil.

      Satelliten-Funk ist keine Alternative, weil viel zu teuer, viel zu langsam (alle Mobilfunk-Satelliten zusammen haben wahrscheinlich die Kapazität einer einzigen 5G-Zelle) und sind auch VIEL zu energieintensiv für die Geräte auf der Erde. Und den Knoten wird man nicht zerschlagen können, weil so weit funken immer energieintensiv sein wird, weil Satelliten ins All zu schicken immer teuer bleiben wird (und der Bau und Betrieb von Satelliten auch immer teuer bleiben wird; v.a. im Vergleich zu einem Mast). Da sind Versuche mit hochfliegenden Luftschiffen (war das von Google oder Facebook?) IMHO realistischer (aber ebenfalls weit weg von einer Umsetzung). Sat-Mobilfunk wird eine Nische für Wüsten und Meere bleiben. (Vor ein paar Jahren hätte ich auch Mesh-Netzwerken noch eine gewisse Chance gegeben; aber damals haben wir dafür keine Frequenzen freigeschaufelt und inzwischen forscht auch kein großer Hersteller mehr daran).

      Mal gaaanz spinnert gedacht: Man könnte das ganze eventuell auch auflösen, indem man Bürgervereinen das Recht gibt, selber 5G Zellen aufzuziehen. Versorgt dich der Provider nicht, darfst du selber machen. Irgendwie angelehnt an das Modell in Schweden, mit dem die Fläche mit schnellem Internet per Kabel versorgt wird: Es liegen Glasfaserkabel an allen Bundesstraßen. Glasfaser kann man (nahezu beliebig) aufsplitten. Das darf man dann noch genau spezifizierter Technik machen. Was du (dein Dorf, deine Siedlung) ab der Trennung des Kabels machst, ist dein Bier. Bagger, Schüppe, Kabel, welche Häuser, etc. alles deine Entscheidung, die du zu treffen und zu finanzieren hast.

      Sowas könnte man sich eventuell auch für Funk vorstellen. Vielleicht auch nur für 4G (da gibt es ja so Mikrozellen für Indoor-Versorgung zu kaufen). Aber auch dafür bräuchte man Regulierung und Frequenzen.

      Und klar: Wir schieben Geld von Stadt auf’s Land. Das machen wir bei jeder Infrastruktur. Alles ist auf dem Land bei wenigen Nutzer viel teurer. Wasser, Abwasser, Strom, Telefon, Straßen, Post. Alles ist dort teurer. Und vieles wäre dort wahrscheinlich – wenn es nur nach Wirtschaftlichkeit gehen würde – immer noch nicht vorhanden, wenn die Post (für Post und Telefon) oder die Stromversorger nicht gesetzlich dazu verpflichtet worden wären, nahezu jeden zu versorgen (vielleicht bis auf Berghütten …)

    2. Ich sehe das mit 5G genau so.
      Die Technik kann pro Mast eine größere Fläche abdecken und wie Ulrich schon sagt, ist der große Fortschritt nicht (nur) die höhere Bandbreite sondern die geringe Latenz/Reaktionszeit und die extrem hohe Anzahl an möglicher Geräte pro Funkzelle.

      Die „Gefahr“ der Stadtflucht sehe ich durch schnelles Internet nicht. Sind die „Internet of Things“ Potentiale enorm.

    3. Wer eine neue Geschäftsidee wie IoT oder autonomes Fahren hat und damit Geld verdienen will, soll auch für die Infrastruktur bezahlen. Da finde ich die Idee, dass Siemens die Frequenzen ersteigert, http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/die-deutsche-industrie-will-ihr-eigenes-5g-15871297.html, vielleicht zusammen mit der Autoindustrie ganz gut.

      Wenn der Bauer 5G auf seinem Feld braucht, dann wird er dafür einen höheren Preis zahlen müssen als in der Stadt, oder mehr 5G annehmen müssen. Er will ja damit am Ende auch mehr Geld verdienen, mit besseren Ernten und geringem Kosten.

      Vielleicht sollten sie Mobilfunkmasten tatsächlich von den Gemeinden gebaut werden, wie Wasserrohre und Straßen. Dann Ländern die Kosten auch da wo der Nutzen anfällt. Der Staat könnte die Frequenzen auch regionalisiert versteigern. Sollte das Geld dann aber am die Kreise und Gemeinden geben ansonsten wird die Lizenz für Berlin so teuer, dass da auch wieder Geld umverteilt wird.

      Was spricht dagegen, dass der Staat mit den Lizenzen so viel wie möglich einnimmt und dann später mit dem Geld die Folgen bekämpft. Vielleicht ist 5G am Ende doch nicht so wichtig, genau wie 3G/UMTS, dann hätten wir zumindest das Geld und könnten damit alles mögliche tun.

    4. Unsere Landwirtschaft ist sowieso total unwirtschaftlich und wenn wir dann noch mehr subventionieren müssen um den Bauern moderne Technik zu ermöglichen nur weil die unnötig teuer ist, sehe ich den Nutzen nicht.

      Ich sehe nicht, dass 3G unnötig war.
      Keiner hätte das Geld gehabt LTE in den Markt zu bringen, wenn UMTS keinen Erfolg gebracht hätte.
      Wie sollen Netzwerkausrüster Investitionen in die nächste Generation einer Technik rechtfertigen, die eine evolutionären Form eines Flops ist?

      Die Telcos wieder zu melken bis zum geht nicht mehr nur um ein paar Milliarden in einem Haushaltsjahr mehr zu haben ist, wie man an UMTS sehen kann wohl nicht die Lösung. Man gibt ihnen wieder eine Ausrede um Investitionen zurückzuhalten.

      Einen öffentlichen Betrieb von Funknetzen in Städten sehe ich als sinnlos. Was soll denn der Aufbau kosten?
      Keine vorhandenen Masten bedeuten hohe Ausbaukosten. Wie sollen die Masten mit dem „Netz“ verbunden sein? Legt die öffentliche Hand dann auch noch ein neues Glasfasernetz an?

    5. @Thomas

      Dein Gedanke zieht bei Infrastruktur nicht. Ohne Quersubventionierung der Städte für das Land (bzw. die Fläche) gäbe es dort keine Infrastruktur. Denn du fährst Güter von der Stadt aufs Land, aber auch vom Land in die Stadt. Aber auch die Verbindung der Städte untereinander. Löse das mal privatwirtschaftlich auf. Geht nicht. Straßen. Wasser. Post. Telefon. Gilt für alles (schrob ich ja schon). Deshalb hat der Gesetzgeber diese Bereiche besonders reguliert (Versorgungspflicht).

      Jetzt kann man diskutieren, dass das bei Mobilfunk auch so sein soll. Politiker reden gerne darüber, in ein Gesetz gegossen haben sie es bisher aber nicht.

      Man muss aber die ganze Diskussion gar nicht ausrollen, denn WENN es eine gemeinsame Nutzung der Mobilfunkinfrastruktur in der Fläche gäbe, ist es ja nicht einmal gegeben, dass die Fläche überhaupt teurer sein muss als in der Stadt. Es gibt Gebiete, die rechnen sich auch, wenn die Infrastruktur dreifach vorhanden ist. Es gibt Gebiete, die werden versorgt, weil es sich in einer Mischkalkulation noch mitrechnet (man versorgt den Vorort mit, weil man nicht nur den Arbeitsplatz, sondern auch den Wohnort (oder zB den Urlaubsort) mitversorgt). Manchmal hast du da aber genau die Regionen drin, die nur noch einer oder zwei Provider versorgen. Und dann gibt es die Gebiete, die sich für niemanden mehr rechnen. Die Gebiete könnten sich aber rechnen, wenn alle drei Provider (sprich 100% der Kunden) diese Infrastruktur zusammen nutzen dürften. und darum muss es IMHO gehen. (Der Wasservergleich zieht IMHo nicht, weil der Betrieb viel einfacher ist UND es kein „Roaming“ mit anderen braucht (Natürlich braucht man das, aber das ist für den Kunden egal, weil er ja nur an einem Ort Wasser bekommt. Der Mobilfunkkunde ist aber mobil und wir wollen nicht ernsthaft ein Mobilfunk-Netz auf dem Land aufbauen, auf das dann nur die Bauern zugreifen können, oder?)

      Wie halt in Schweden. Die haben auch das ganze Land versorgt. Mit Mobilfunk. Mit Glasfaser. Und das ist nicht nur besser als in Deutschland, sondern auch billiger. Und du kannst im ganzen Land telefonieren. Deinen Unfall melden. Die Feuerwehr rufen, wenn der Wald brennt. Deine Maschine warten lassen.

      (Den Aufbau des 5G-Netzes könnte man übrigens mit dem Aufbau der Glasfaserinfrastruktur koppeln. Wenn die Kabel eh gezogen werden, direkt den Leuten anbieten, da ihr Signal abzugreifen. Kann man sich alles in Schweden abschauen.)

  3. Eure wiederholten Ausflüge in die Spiele-Branche begrüße ich.

    Auch bei unserem Kleinen (11 Jahre) sehe ich aus erster Hand das Konzept „Free2Play“ und damit verbunden die Problematik beim Besitz von Digitalen Gütern.
    Früher habe ich ein PC-Spiel auf CD, eine Musik-CD oder ein Buch gekauft. Damit war mir eine unbegrenzte Nutzung sicher. (Einzige Einschränkung hier natürlich wie immer: Ich brauche einen PC mit kompatiblem Windows oder einen CD-Player. Diese muss ich natürlich vorhalten, aber das ist bei einem Grammophon genau so.)
    Heute laden die Kinder ein Free2Play-Spiel (meist nur Online-Multiplayer) auf die PS4 und kaufen sich von ihrem Taschengeld für 200€+ „In-Game“ Sachen. Dann wird in 2 Jahren der Server abgeschaltet und das Investment ist wertlos, da nutzlos.
    Ebenfalls bedenklich finde ich Platformen wie Steam, die theoretisch morgen dicht machen können. Ab diesem Zeitpunkt sind alle Spiele, die eine Online-Kopierschutzprüfung erfordern, nicht mehr spielbar obwohl ich einen Kaufpreis gezahlt habe.
    Jetzt mag vielleicht das Argument kommen, dass mir auch bei Spotify nichts gehört, wenn die dicht machen oder ich kündige. ABER das ist auch ein Abo-Modell, das mir die Nutzung und nicht den Besitz gewährt.

    Ich persönlich mage den Abo-Ansatz, wenn dieser realistisch bepreist ist.
    Dazu: iOS Abos sind meist überteuert. Spotify zB ist objektiv gesehen zu günstig.

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    1. Tja … Diese digitalen Güter sind schon fies. Da muss ja nicht einmal der Server abgeschaltet werden. Man kann sich nicht einmal sinnvoll verkaufen. Der Handel wird ja oft genug verboten (in den AGBs) und dann auch technisch so kompliziert und schwierig wie möglich gemacht. So einen Rathaus 11 Account in Clash of Clans zu verkaufen ist gar nicht so einfach, wenn man diesen nicht von vornherein an eine ansonsten ungenutzte E-Mail-Adresse gehängt hat.

      Das Problem mit dem Kopierschutz hat man leider heute so häufig. Ich kaufe Dinge und dann werden sie irgendwann nutzlos. Am Ende ist das Problem nicht ganz neu, denn auch eine PS2 geht irgendwann kaputt, und dann sind meine Spiele auch nutzlos. Aber heute hängt es halt nicht mehr allein an einer Hardware, in der irgendwann der Laser ausbrennt oder der Kondensator explodiert. Sondern ein OS-Update reicht aus. Hatte man eine paar schöne Kochbuch-App von Lafer. Mit Kochvideos, etc. Lief nur bis iOS 7 richtig gut. Und dann endgültig nicht mehr, als 32-bit Apps abgeklemmt wurden.

      Alles unschön. Daher versuche ich in solche Modelle so wenig Geld wie möglich einzuwerfen, also nur, wenn man unbedingt muss.

    2. wobei steam die garantie gegeben hat, dass man alle spiele wird runterladen können, wenn das ding jemals platt geht.

      was ich entgegenhalten würde: schau dir mal bei humblebundle das monatliche abo an. du bekommst so für kleines geld eine recht gute spielesammlung zusammen. es ist die krabbelkiste…
      und wenn valve pleite geht, sind die spiele die du dann nicht mehr spielen kannst, eh so billig und alt.. die kaufst du halt nochmal, wenn du sie umbedingt brauchst. ich habe nur 3-4 spiele in meinem leben zweimal oder gar dreimal durchgespielt.. sonst hätte ich keine zeit für neue spiele mehr. das läuft also alles über den preis: 60-120 im neupreis mit season-pass… später dann 5 euro fürs spiel mit allem.

      mfg
      mh

  4. Habt Ihr Eure Amazon Wunschlisten auf der Seite irgendwo verlinkt? Das könnte eventuell die Geschenkeflut positiv beeinflussen.

    BTW: Das naturtrübe Radler von Gösser ist nach in meinem Bekanntenkreis ganz überwiegender Meinung in der Tat mit das beste Radler weit und breit.

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    1. Amazon Wunschlisten kommen bei uns in die Ideensammlung!

      Zum Gösser Radler kann ich nur meine Zustimmung geben. Ist aber eher ne Limo als ein Bier 😉

    2. Ich habe gerade in mein Blog geschaut, aber selbst da ist meine Amazon Wunschliste nicht verlinkt. Habe danach in die Wunschliste geschaut und festgestellt, dass das auch besser nicht verlinkt ist ;)+

      Muss die mal pflegen, da sind ja vielleicht Sachen drin …

    3. meine amazon-wunschliste habe ich mal in mein profil eingetragen und bei den anderen beiden die links angefordert. sollte erstmal reichen, bis wir die spendenseite überarbeitet haben.

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