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21 Kommentare

  1. Im oeffentlichen Nahverkehr meiner Heimatstadt hatte man die ueblichen 5-10% Schwarzfahrer. Als Gegenmassnahme hat man Einstieg bei der Busfahrerin eingefuehrt. Der Effekt war, dass die Busse deutlich laenger brauchten und man mehr Busse einsetzen musste.

    Manchmal muss man halt damit leben koennen, dass einige zu unrecht von oeffentlichen Guetern und Sozialleistungen profitieren.

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    1. Und wie in deinem Beispiel auch, rechnet sich keine Maßnahme an sich, wenn man davon ausgeht, dass sich die Quote ohne die Strafe nicht ändern würde. Das ganze rechnet sich erst, wenn man behauptet, dass ohne Kontrolle mehr Menschen Schwarzfahren würde. Oder ohne Hartz4-Sanktionen mehr Menschen faulenzen würden. etc. pp.

    2. Der Link sagt 3.3% unter den kontrollierten Fahrgaesten in Koeln. Mancher Schwarzfahrer wird sich der Kontrolle entziehen koennen, also habe ich etwas aufgerundet.
      Das Beispiel sollte aber eigentlich aufzeigen, dass selbst wenn man eine Quote von 10% auf 0% senken wuerde, was man auch mit dem Einstieg vorn nicht erzielt, dann sind die volkswirtschaftlichen Kosten der laengeren Fahrzeit und der betriebswirtschaftlichen Kosten der zusaetzlichen Busse nicht aufgewogen.

      Wuerdest du 10% mehr bezahlen, wenn dein Bus 15% schneller ist?

    3. Das ganze unterstellt natuerlich, dass man die Zahl der Schwarzfahrer auch mit anderen Mitteln wie unregelmaessigen Kontrollen im Bus durch Fahrkartenkontrolleure im Rahmen halten kann.

    4. Gute Frage. Würde man mehr bezahlen für schnellere Fahrt? Wahrscheinlich schon. Aus individueller Sicht würde die Antwort wohl schon in die Richtung gehen, aus gesellschaftlicher Sicht sollte sie in diese Richtung gehen. Jeder Autofahrer hat ein Interesse an einem guten ÖPNV, weil dieser Autos von der Straße holt.

      Ich persönlich halte den fahrscheinlosen ÖPNV für eine der sinnvollsten Möglichkeiten Steuergeld auszugeben.

    5. Hallo, ich hoffe meine Antwort steht im richtigen Thread.
      Es geht um den Fahrscheinlosen ÖPNV. (damit ist sicher gemeint, das über Steuergelder die Kosten eingeholt werden und der einzelne Nutzer nichts mehr bezahlen muss). Ich fand das jahrelang eine tolle Idee und dachte mir das es nur konsequent ist sowas umzusetzen. Dann habe ich aber mal eine Studie gehört, die sagte das dies zuerst dazu führt, das Personen die sonst nicht die Bahn nutzen,dies nun tun, also Schüler , Rentner nutzen dies für Strecken von 1-2km , was man vorher zu Fuß gemacht hätte. Außerdem gibt es ab dann kein Anreiz für guten Service. Wenn die Einnahme eine pauschale ist, wieso soll die Bahn dann aufstocken wenn das Fahrgastaufkommen höher wird. Ich bin Gelegenheitsnutzer , aber ich zahle lieber etwas mehr und dann funktioniert alles, als dass es billiger wird, und dann alle Bahnen ständig überfüllt sind…

    6. @Inside-Man:

      Ich kenne nur eine Studie (habe aber auch keinen Überblick), die in diese Richtung geht:

      https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/verkehr-warum-gratis-%C3%B6pnv-der-umwelt-nichts-bringt

      Danach würde der fahrscheinlose ÖPNV nichts bringen, weil fast alle weiterhin Auto fahren würden, wenn sie eines besitzen.

      Ich habe an dieser Studie einige Zweifel, zB kann ich mir nicht vorstellen, dass das a) in allen Städten aller Größen gleich ist, b) nicht von der Stauhäufigkeit abhängt c) nicht abhängig von der Tageszeit unterschiedliche Ergebnisse entwickelt d) von den Parkmöglichkeiten abhängt, etc. pp.

      Aber einen Teil deiner These würde ich teilen: Wenn man davon ausgeht, dass man mit dem fahrscheinlosen ÖPNV Autos von der Straße holt UND gleichzeitig das ÖPNV Angebot konstant halten kann (und nicht ausbauen muss) irrt man. Die Erfahrungen aus Tallin (komplett fahrscheinlos; Perso reicht, weil nur für Einheimische) und Wien (365€/Jahr) zeigen, dass die Nachfrage deutlich steigt. Und natürlich muss man dann auch mehr Geld in das System stecken.

      Wenn man Angst hat, dass das System dann zu schlecht wird, könnte man Marktwirtschaft einführen, und zB den Betrieb der Linien einzeln ausschreiben. Verspätungen/Busausfälle/Kundenbewertungen als Basis für Rechnungskürzungen nutzen, etc.pp. Leider sind Städte nicht sonderlich schlau dabei, solche Märkte zu „designen“. Außerdem ist der stadteigene Verkehrsbetrieb immer eine tolle Abladestelle mit gutdotierten Jobs für verdiente Parteigenossen …

  2. Schönes Beispiel …

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  3. Zum Thema Mindestlohn:
    Ich bin der Meinung es wäre vielleicht gar nicht so schlecht wenn der Mindestlohn auf ein Level angehoben wird mit dem man auch seine Rente bestreiten kann. Man normiert dann die Arbeitsstunde auf ein Level was für das Leben und auch für die Rente reicht. Das hilft der allgemein Bevölkerung vielleicht dabei zu verstehen das ein Haarschnitt halt eigentlich nicht nur 10€ kosten kann und damit alle Kosten inbegriffen sind. Die restlichen Kosten trägt nämlich bei zu geringem Mindestlohn dann wieder die Allgemeinheit durch Aufstockungen etc.

    Es wäre auch anders als vielleicht vermutet Recht liberal. Jeder bekommt das was er für sein Leben und die Rente braucht und kann von dort an machen was er möchte.

    Ich fände es besser am Anfang anzusetzen und nicht am Ende aufzustocken, weil im Preis nicht die eigentlichen Kosten wiedergespiegelt werden.

    LG Paul

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    1. Das nützt am Ende aber nichts, wenn sich die untere Hälfte der Bevölkerung die Frisur für 15€-Stundenlohn nicht mehr leisten kann. Dann fliegen ein Drittel der Frisöre raus und dann? Wer zahlt dann?

      Man darf beim Mindestlohn nie vergessen, dass es diesen möglichen Kollateralschaden Arbeitsplatzverlust/Abdrängung in die Schwarzarbeit gibt. Daher (und nur daher; mir wäre lieber, wenn einfach alle 15€ zahlen könnten) würde ich irgendwie dafür sorgen, dass auch bei 10€/Stundenlohn ausreichend in die Rentenkasse einzahlt, um nachher eine vernünftige Rente zu bekommen. Langfristig wäre es eh sinnvoller, jetzt für die Zukunft vorzubeugen als nur am Ende zu niedrige Renten aufzustocken. Letzteres ist zwar auch überfällig, aber kann IMHO nur eine Lösung für die heutigen Rentner sein, nicht auch für die nächste Generation … Da sollte man das Problem schon während des Arbeitslebens lösen …

    2. Der Staat subventioniert Geringverdiener, zum Beispiel kann man seine Haushaltshilfe von der Steuer absetzen. Arbeit ist menschenwuerdiger als Arbeitslosigkeit.

      Das Medianeinkommen eines Singles in Sachsen ist 1443 EUR netto. Der Mindestlohn ist schon bei 1498 EUR brutto. Wenn ihr den noch mehr erhoeht, dann arbeitet bald mehr als die Haelfte zum Mindeslohn und fast jeder faellt in die Regelung zur Arbeitszeiterfassung zur Vermeidung der Umgehung. Ich halte das auch fuer wuerdelos, wenn Arbeitnehmer so schwach sind, dass der Staat ihr Gehalt verhandelt.

      Was spricht eigentlich gegen regionale Differenzierung? In Muenchen braucht man sicher mehr Geld als in Dessau. Und wenn man keine regionale Differenzierung will, dann vielleicht doch eher ein EU-einheitlicher Mindestlohn. Importe aus China kosten in der EU ueberall aehnlich viel.

    3. @Thomas:

      Eine regionale Anpassung wäre ich sofort befürworten. Ich glaube, dass das nur nicht gekommen ist, weil man darüber den Mindestlohn im Osten hätte reduzieren müssen. Im Osten greift der Mindestlohn nämlich für viel mehr Jobs als im Westen.

      Ich begrüße den Mindestlohn vor allem unter Gerechtigkeitsgründen (den Punkt habe ich im Podcast leider vergessen). Sprich: Wenn Menschen für 5 oder 6 € die Stunde beschäftigt werden, ist das schlicht Ausbeutung. Das sehe ich aber bei 9€ deutlich entspannter. Ich finde es im Moment wichtiger, dass
      erstens der Mindestlohn durchgesetzt wird (und nicht mehr getrickst werden kann) und
      zweitens die Altersarmut trotz Arbeit verringert wird (also Rentenzuschüsse während des Arbeitslebens gewährt werden; nicht erst am Ende, wenn man 35 Jahre gearbeitet hat; eventuell kann man auch über eine kapitalgedeckte Rente machen, die im Alter bedingungslos und ohne Verrechnung ausgezahlt wird) und
      drittens dass Aufstocken nicht grundsätzlich böse ist und es auch am Ende einfacher werden sollte, staatliche Hilfe wie Wohngeld abzurufen (das reicht vielleicht auch schon als regionale Differenzierung). Deshalb sehe ich das Lohnniveau (bei 9€) nicht unbedingt als das Hauptproblem, vor allem aber nicht als die einziger Lösungsweg. Wir müssten weit in Richtung 15€/Stunde gehen, um ein rentensicherndes Einkommensniveau zu erreichen. Dann würde der Mindestlohn aber bei 30 oder 40% der Jobs greifen und das kann es auch irgendwie nicht sein …

    4. Also ich bin ganz eurer Meinung das es nicht sein kann das der 40% der Fälle bei einer Erhöhung unter den Mindestlohn fallen.

      Egghats Argument das dadurch Arbeitsplätze verloren gehen und die Schwarzarbeit eventuell steigt ist natürlich ein Problem. Bei solchen Leistungen wie zum Beispiel das Haareschneiden ist es doch aber aktuell der Fall das diese Branche durch Aufstockungen quasi subventioniert wird und der Anreiz in dieser Branche zuarbeiten noch sehr hoch ist, unter anderem aus diesem Grund.
      Angenommen man würde einen höheren Mindestlohn ansetzen kann man somit eine staatliche Subvention vermeiden und lässt den Markt halt dahingehen frei entscheiden wie viele Friseure es braucht oder halt nicht braucht. Der Anreiz dann in eine Branche zugehen wo es nur schlechte Beschäftigungschancen gibt ist dann nicht mehr so groß und es regelt sich dann über die Zeit.

      Das man den Mindestlohn regional anpasst sehe ich als eher problematisch. Klar lässt es sich mit 9€ pro Stunde in München deutlich schlechter leben als in Dessau (aus sicht der Kaufkraft). München bietet aber auch mehr als Dessau und wer sich München nicht leisten kann, kann halt dort nicht leben, klingt hart und tut mir für viele auch leid. Wenn man jedoch die Leute die es sich in München eigentlich nicht leisten könnten noch damit ködert nach München zu ziehen weil man da ja einen angepassten Mindestlohn erhält und somit die Kaufkraft die gleiche ist wie in Dessau, dann wird es dazu führen das alle in die Großstädte ziehen, die Nachfrage nach Wohnraum immer ehr steigt und alles immer teurer wird so das dann die Kaufkraft wieder beim alten ist.

      BTW: Fand die Folge wieder super!

      LG Paul

  4. Bzgl. Kryptowährungen:
    Die Geschichte demonstiert mal wieder dass Kypto in der Praxis nicht funktioniert und zwar nicht weil man der Wechselbörse vertrauen muss.
    Wenn man z.B. Bitcoin richtig verwendet muss man der Wechselbörse nur minimal verdrauen. Man wechselt nur Real-Währung in Bitcoin und überweißt das schnell an seine eigene Adresse an die man nur selber dran kommt. Ein Risiko hat man nur während der Wechselphase und das kann man minimieren indem man kleine Tranchen und verschiedene Börsen verwendet.
    Dann muss man mit seinen Bitcoins genau dann genau das machen was die Wechselbörse („professionelle“) nicht hinbekommen hat, und seine eigenen Bitcoins in cold/hot storage aufteilen, private keys them Notar geben, niemandem etwas ausversehen/zu viel überweisen, ja keine Trojaner etc. auf den Rechner lassen auf dem private keys sind, etc
    …. und das bekommt ein Normalbenutzer natürlich nicht hin. Deswegen verwendet dann jeder ein „Wallet“, die gekauften Bitcoins bleiben von der Börse verwaltet – genausogut könnte man sich ein Bitcoin-Derivat kaufen. Der Hauptvorteil von Bitcoin, dass alles vertrauenslos passiert, ist dahin und was bleibt ist eine reine spekulative Anlage.

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    1. Gut zusammengefasst!

      Viele Vorteile, die die Cryptowährungen haben, können nur zu 100% gezogen werden, wenn sich ein Nerd drum kümmert. Sobald man auf Dienstleister, Wallets, etc. setzt, entfernt man sich von der „reinen Lehre“ und verzichtet damit auf Kontrolle.

      Gegen die „reine Lehre“ spricht natürlich auch ein Argument (neben dem technischen Wissen, das man sich aneignen muss): Es ist zeitaufwändig. Und da frage ich mich immer, für wen sich das rechnet. Ich brauche ja schon regelmäßige Zahlungen und/oder viel Geld in den Cryptowährungen, damit sich der ganze Aufwand lohnt. Für mich sicher nicht.

  5. Ich bin auch dafür Harz IV zu streichen. Ersatzlos.
    Auch die ALG I und Renten sollten reformiert werden. Was die SPD da wieder vorhat ist eine weitere Krücke.

    Mein Konzept sieht so aus:

    – Kinder: Jedes Kind soll vom Steuerzahler gleich unterstützt werden. Der Betrag soll reichen um einem Kind ein gutes Leben in unserer Gesellschaft ermöglichen.
    Kindergeld und Kinderfreibetrag, Kinder Harz IV und was auch immer da ist, streichen

    – Alte: Jede Person (Mann und Frau Ost und West) bekommt ab einem bestimmten Alter (z.B. 70 Jahre) eine Rente die zur Grundsicherung reicht. Unabhängig von der Lebensarbeitszeit oder anderen Faktoren. Wer mehr will soll privat vorsorgen.

    – Kranke:
    Jeder der zu krank ist um eine Arbeit aufzunehmen (so viele sollten es nicht sein), für die meisten gibt es zumutbare Arbeit, soll eine Grundsicherung bekommen

    – Menschen, die im arbeitsfähigen Alter sind aber aufgrund sozial anerkannter Grunde nicht arbeiten können (z.B. Alleinerziehende):
    Grundsicherung soll gewährt werden

    – Arbeitslos gewordene:
    *Für die Dauer von 6 Monaten wird eine Unterstützung gewährt die z.B 70% des vorherigen Einkommens ausmacht
    *Umschulungsmaßnahmen sollen angeboten werden
    * nach 6 Monaten ist schluss mit Kohle vom Staat. Man kann erwarten dass der Arbeitslose irgendeinen Job annimmt und sich abends weiterbildet

    Kohle vom Saat ist immer gleich. Wenn diese in München nicht zum leben reicht, dann bitte nach Sachsen Anhalt aufs Dorf ziehen. So verringert man auch den Druck auf Großstädte.

    Die Bürokatie wird damit effiktiv bekämpft.
    Die Prozesse werden vereinfacht und alle Maßnahmen haben eine Reduzierung der Sozialkosten für die Steuerzahler zur Folge.
    Die Steuern können sinken. Im Gleichtakt kann der Mindestlohn steigen damit die arbeitende Bevölkerung vom Lohn leben kann.

    Wählt mich zum Diktator von Deutschland!

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    1. Neee, lieber nicht.

      Wer keine Arbeit findet, verhungert? Wer sich München nicht leisten kann, soll nach Sachsen-Anhalt ziehen? Weg von der Arbeit in die Region, aus der alle wegziehen, weil es keine Jobs gibt?

  6. Neues von der Krypotboerse: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Pruefer-finden-leere-Adressen-Das-Raetsel-um-die-Coins-von-Quadrigacx-4324972.html

    Die Wirtschaftspruefer finden die Cold-Storage Wallets nicht. Sieht doch eher nach Betrug aus.

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  7. Danke für den Link. Hatte ich aber auch schon auf dem Schirm.

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  8. Aus besparbaren Werten wie: EON, Encovis, innogy, Nordex, RWE, Uniper, welches Wert ist interessanter in Bezug auf den Wechsel zur neuen Energie?

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