Kommentare ausblenden Kommentare anzeigen

15 Kommentare

  1. Erster!!!
    🙂

    Bitte mal den Alan Krueger. Die Idee ist natuerlich interessant, vor allem weil ich jetzt gerade auf der suche nach einem Landdomizil bin, nach einem guten Jahrzehnt an einer stark befahrener Kreuzung. Ich werde dann hoffentlich aus der Praxis berichten, denn der Wohnungsmarkt ist auch hier komplett durch.(Muensterland)

    Zum Dosenbier, ja, hat so seinen Ruf. Der Punkt ist das dass Premium Bier aus der Dose wirklich leckerer ist. Aber mein Bier kommt trotzdem 99% aus der Flasche. Auch dank Dosenpfand.

    Antworten

  2. Liebe Mikroökonomen,

    vielen Dank für die extrem interessante Folge. Ich schließe mich meinem Vorgänger an – bitte unbedingt mehr zu Alan Krueger und seinen Ideen zur Umwelt-Wachstums-Beziehung!! Halte persönlich wenig von der Theorie, zumal sich die ‚Environmental Kuznet’s Curve‘ wohl auch in der Empirie nur mangelhaft besetätigen konnte. Würde mich aber sehr interessieren, wie ihr das seht.

    Vielen Dank und weiter so!

    Antworten

  3. Liebe Mikroökonomen,
    die Mindestlohnstory vom Krueger interessiert mich auch. Das ist ja nicht die einzige empirische Studie zu dem Thema und andere kommen zu anderen, aus neoklassischer Sicht “plausibleren“ Ergebnissen. Trotz des Hoheliedes auf die Empirie wird es doch auch zu Kruegers Ergebnissen eine Story, sprich eine Theorie geben. Wenn ihr das mal näher beleuchten könntet, wäre das super. Was ich dazu gehört habe, ist, dass aus theoretischer Sicht tatsächlich ein klitzekleines Fenster besteht, in dem die Ergebnisse aus Pennsylvania und New Jersey plausibel sind.

    Im Übrigen wäre der zweite Nobelpreisträger auch sehr interessant.

    Antworten

    1. Hmmm, ich dachte den Teil hätte ich schon erklärt. ich dachte eigentlich, ich (oder Hannah) machen noch was zu dem Umweltteil (siehe Kommentar von Zeno19). Ich kann dir zum Mindestlohn einen Podcast mit Jacob Vigdor empfehlen: http://www.econtalk.org/jacob-vigdor-on-the-seattle-minimum-wage/. Vigdor hat versucht herauszufinden, wann der Mindestlohn eben doch negative Auswirkungen hat und es werden auch ein paar Dinge angesprochen, die an der grundlegenden Arbeit von Krueger die Aussagekraft womöglich beschränken. U.a. lässt sich die Branche (Fastfoodrestaurant) nicht so breit verallgemeinern, weil es keine Abwanderung in die Schwarzarbeit gibt und auch, weil die Branche an sich wächst und die saubere Herausrechnung dieses Aspekts nicht so ganz einfach ist. Der große Faktor ist aber sicher schlicht die Höhe. Wenn man von 4 auf 5$ erhöht ist es halt was anderes als wenn man auf 15$ geht wie in Seattle (im Podcast wird sogar 16$ gesagt, anscheinend ging es da schon wieder nach oben).

      Und das ist bisher nur eine Untersuchung des Mindestlohns mit Sicht der Anzahl der Arbeitsplätze. Schon wenn man die Anzahl der Arbeits*stunden* berücksichtigt, ändern sich die Ergebnisse schon. Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass bestimmte Dinge durch den steigenden Mindestlohn teurer werden, ist es u.U. auch für Familien mit niedrigen Einkommen nicht lohnend, wenn der Mindestlohn steigt. Mal angenommen, du hattest schon vorher 15$ pro Stunde und dein Lohn bleibt konstant (auch eine Frage für eine Untersuchung), hast du höhere Ausgaben im Restaurant, beim Frisör, im Supermarkt, ergo weniger Kaufkraft für deinen Lohn. Bist du jetzt eine „Mischfamilie“ aus einem guten Einkommen und einem schlechten, heben sich höhere Preise und höherer Lohn vielleicht auf. Frage ist dann am Ende, ob du mehr positive oder negative Effekte hast.

      Also viele Fragen, die sich ergeben. Damit sollte man aber Kruegers Arbeit nicht abwerten, weil wir uns diese Fragen nur stellen, weil sie sich aus Kruegers Arbeit ergeben. Vor Krueger war der Mindestlohn schon eindeutig böse, weil er halt Arbeitsplätze vernichtet.

    2. Dieter, der Link oben sagt aber schon, dass die 5.05 USD Anfang der 90er waren und heute etwa 9.15 USD entsprechen. 15 USD sollen je nach Vorschlag, auch erst Mitte des naechsten Jahrzehnts kommen.

      Der Mindestlohn ist aber schon ein heftiger Markteingriff, oder? Wir haben ja auch keinen Mindestpreis fuer Fernbusse oder Kaffee.

    3. Seattle hat die 16$ schon seit Anfang 2019 für „größere“ Unternehmen, 15$ für kleinere. Der Bundesstaat Washington hat 12$. Bundesweit sieht es natürlich komplett anders aus, da wird sich unter Trump wohl auch nichts an den 7,25$ ändern.

      Ob der Vergleich „Lohn“ zu „Buspreisen“ passt, würde ich mal bezweifeln. Die beiden Dinge haben schon extrem weit auseinanderklaffende Bedeutungen.

      IMHO ist es immer okay, wenn es einen Mindestlohn gibt, der sich am durchschnittlichen/mittleren Lohn orientiert. Das ganze darf einfach nicht zu weit auseinandergehen. Wenn es viel Gutverdienende in einer Region gibt, wird alles teurer: Miete, Essen, … Es gibt aber weiterhin Nachfrage nach Dienstleistungen/Angeboten, die einen hohen Lohnanteil von niedrig qualifizierter Arbeit haben. Die Arbeit muss jemand machen und der muss in der Region auch überleben können. Wenn bei Amazon oder Google oder Facebook 10.000 Leute sitzen, die 50, 60 oder 80$ die Stunde verdienen, ziehen die das allgemeine Preisniveau so weit hoch, dass mit 7,50$ niemand überleben kann. Regelt das der Markt? In einem Land ohne vernünftige Arbeitslosenunterstützung? Können die Leute einfach kündigen, wenn sie merken, dass die 7,50$ nicht reichen? Nee, können sie nicht. Sollen die alle wegziehen in preiswertere Regionen? Alles sehr unschön. Da ist IMHO ein Mindestlohn, der sich am normalen Lohnniveau orientiert, die bessere Alternative. 12€ in München wären wahrscheinlich in München genauso okay wie 15$ in Seattle. In der Uckermark hingegen wäre das ein Desaster.

    4. Wir haben einen Mindestlohn, weil sonst Arbeitnehmer aufgrund des Zwanges irgendetwas verdienen zu muessen, fuer sehr wenig Geld arbeiten wuerden. Das fuehrt genauso zu Problemen wie Fernbuspreise unterhalb dessen was Unternehmen zum ueberleben brauchen. Ein anderes Argument fuer Mindestpreise im Fernbusmarkt ist, dass man die Bahn schuetzen muss, da sie aufgrund ihrer Zuege mit deutlich mehr Sitzplaetzen einen natuerlich Nachteil hat. Was man hier deutlich herausstellen sollte ist, dass der Mindestlohn ein schwerwiegender Eingriffe ist, der so nur auf dem Arbeitsmarkt stattfinden sollte. Mir persoehnlich waeren starke Gewerkschaften lieber–welche ja auch nur ein Kartell zur Umgehung des Markts sind.

      Mit den 15 USD pro Stunde ging es mir um den bundesweiten Mindestlohn nicht um die regionalen Extremfaelle. Seattle ist halt super teuer geworden. Das regelt der Markt aber irgendwann, wenn die besserverdienenden Menschen anfangen wegzuziehen. Das kann man in Kalifornien schon beobachten.

  4. Ich mag Marco’s Verbrauchertipps sehr und wuerde gern mehr davon haben. Der Tipp in dieser Folge mit dem Uhrenoeffner war aber ein bisschen mediocre. Viel besser war der, dass man WashingtonPost Artikel hinter der Bezahlschranke lesen kann, wenn man das Laden der Seite im rechten Moment mit [ESC] abbricht.

    Zum Uhrenoeffner funktioniert der bei allen Uhren, oder braucht man da einen extra fuer jeden Durchmesser? Kann man den einfach bedienen oder zerkratzt man die Uhr recht schnell, wenn man nicht weiss wie das geht?

    Antworten

    1. in der mitte ist ein drehrad, dass die beiden greifer gemäß der uhrengröße anpasst.
      uhren die mit schrauben verschlossen wurden, bekommt man damit nicht auf.

      das verkratzen ist natürlich schnell gemacht, wenn man abrutscht und sich kein plastikuhrenöffner gekauft hat. aber es liegt auch ein wenig an der uhr selbst.. denn wenn die einbuchtungen zu niedrigschwellig sind, ist das abrutschen garantiert.

      mfg
      mh

    2. Danke.

  5. Hallo, das war mal wieder eine tolle allumfassende Folge. Es hat Spaß gemacht zuzuhören.
    Eine Sache ist mir aber aufgefallen. Beim Thema Energieversorgung in Afrika. Hannah sprach auffallend oft von „Netzverlusten“ und „dadurch keine durchgehende Stromversorgung“ oder häufig „Ausfälle“ wegen dieser Netzverluste. Das klingt erstmal unplausibel. Ich denke es ist ein Übersetzungsfehler oder Übertragungsfehler (vielleicht in den Ursprungsmedien).
    Netzverluste stelle ich mir so vor, das Kabel warm werden. Wenn Sicherungselemente oder Schaltvorrichtungen marode werden dann fallen die eben auch mal aus, aber nicht jeden Abend von 17-19 Uhr. Ich vermute das Hauptproblem wird sein, dass die Stromversorgung unterdimensioniert ist und mittlerweile nicht mehr alle Stadtteile zugleich versorgen kann, es gibt dann nur noch die Möglichkeit einzelne Stadtteile alternierend zu versorgen um eine Überlastung und somit einen Totalausfall zu verhindern. Das mit dem Übersetzungs/Übertragungsfehler habe ich das letzte mal in deutschen Büchern von Michael Crichton gesehen. Da wurde immer beschrieben wie Elektroniker bei Reparaturen in Diagramme schauen, nach Monaten des Grübelns was ein Elektroniker wohl in Diagrammen sucht, nahm ich ein Originalbuch und da war dann die Rede von „Wiring Diagrams“ also Stromlaufplänen, ist offensichtlich nirgends aufgefallen …
    Übrigens Heizen oder Kochen mit Strom ist tatsächlich eine Herausforderung, ein Herd/Backofen verbraucht 2500-3000 Watt in der Spitze mit dieser Leistung kann man aber auch 30 Hotelzimmer (oder 6 Wohnungen) versorgen wenn man nicht heizt. Von der Energiedichte ist auch heute Propangas noch eine sinnvolle Sache fürs Kochen.

    Antworten

    1. Ich habe mich auch etwas gewundert.

      Vielleicht ist die Stromversorgung nur deshalb „unterdimensioniert“, weil die Übertragungsverluste so hoch sind?

    2. Müsste eigentlich Hannah beantworten … Aber ich versuchs mal.

      Ich denke, dass es beides ist.

      a) Der Strom fällt oft aus (weil nicht genug Strom produziert werden kann)
      b) Das Verteilnetz ist ineffizient (25% werden im Artikel ja genannt). Möglicher Erklärungsansatz: Keine (Ultra)Hochspannungsleitungen. Also zB nur 65 Kilovolt statt 220 oder 380 wie in Deutschland. Schlechte Trafo-Stationen oder zu dünne Leitungen könnten auch noch dazu kommen (Kupfer ist teuer).

      Wenn man die Länder nun zusammenschließt, braucht man natürlich (allein wegen der längeren Strecken) vernünftige Hochspannungsleitungen. Und hätte dann auch den Ansatz, die Stromausfälle zu reduzieren, weil sich Verbrauch und Erzeugungskapazitäten besser ausgleichen. Ich würde zB vermuten, dass am Niger weniger Wasserkraft produziert wird als möglich wäre. Aber solange man nur den Heimatmarkt als Absatzmarkt hat, machen größere Kraftwerke auch keinen Sinn. Kämen jetzt weitere Länder und Märkte hinzu, liegt da vielleicht noch ne Menge Potenzial, das ausgeschöpft werden könnte.

      Wenn man Wind, Sonne und Wasser kombiniert, müsste man in der Gegend zu vertretbaren Preisen ziemlich viel regenerativen Strom produzieren können. Und Sonne + Akkus in den Regionen, die zu abgelegen sind, um dahin lange, teure Leitungen zu legen.

      Und ja, kochen ist ein Problem, weil das der mit Abstand größte Peak-Stromverbraucher im Haushalt ist (und der auch nicht zeitlich großartig verschiebbar ist (was man mit Waschmaschine etc viel leichter machen kann; sofern man überhaupt eine hat). Man kann natürlich auch auf etwas Leistung verzichten. Dann braucht das Wasser halt 10 Minuten bis es warm ist und nicht 2 Minuten. Und der Ofen 30 Minuten bis er heiß ist. Der größte Stromverbraucher bleibt der Herd trotzdem (sofern keine Klimaanlage im Haus ist).

    3. Entschuldigt, die Verzögerung – ich kriege vom Blog keine automatischen Notifications, da gehen mir manchmal Kommentare durch.

      Also z.T. steht unten schon die Antwort auf die Fragen: es ist beides, je nach Land unterschiedlich ausgeprägt.

      In den Ländern in Westafrika ist tatsächlich ein Teil der Netzinfrastruktur marode und ziemlich „improvisiert“, d.h. es fällt einfach aus und dann kommt irgendwann Wochen später der Fachmann um es zu reparieren. Das hat viel damit zu tun, dass die zu überwindenden Strecken riesig sind und dazwischen z.T. auch sehr schwer zugängliches Terrain.

      Um Netzüberlastung generell zu reduzieren wird in manchen der Länder regionen-weise alternierend der Strom abgestellt.

      Es gibt außerdem viele „unabhängige“ Produzenten, also kleine Windräder und Solaranlagen, die gar nicht an das Netz angeschlossen sind, aber z.B. ein Dorf versorgen. Gerade im Bereich Solar ist hier vorrangig das Problem, dass die Speichermöglichkeit dann eben auch schonmal nur 1-2 Autobatterien fürs ganze Dorf sind. Daher haben die Dörfer dann zusätzlich Generatoren, vor allem für nachts, aber eben auch angeschlossene Dörfer müssen sowohl planmäßige als auch außerplanmäßige Ausfälle mittels Generatoren überbrücken können. Das ist vor dem Hintergrund des hohen Spritpreises ein teures Unterfangen.

      Der Ansatz dieser gemeinsamen Initiative ist nun, gleichzeitig die bestehende Infrastruktur zu erneuern, dabei aber eben auch über Regionen und Landesgrenzen hinweg besser geplant zu vernetzen, so dass Produktionsüberhänge gehandelt werden können. Die Länder haben untereinander und auch innerhalb erheblich unterschiedliche geographische Bedingungen, so dass durchaus ein Mix aus Sonne, Wasser und Wind realisiert werden kann, wenn man die Region zusammendenkt.

  6. Achso und: es gibt vielfach Klimaanlagen. Und gekocht wird im ländlichen Raum mit Holz, Kohle oder Öl – da ist Gas schon ein Fortschritt. Es gibt Initiativen, die darauf abzielen, das Kochen auf Holz und Öl vor allem deshalb zu unterbinden, weil die Unfall- und Vergiftungsgefahr in geschlossenen Räumen zu hoch ist.

    Antworten

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.