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11 Kommentare

  1. Zu den Arbeitszeiten: So wie ich die bisher bestehenden Regelungen verstehe, muss der Arbeitgeber eben die Einhaltung der Pausen- und Ruhezeiten kontrollieren, da von diesen ja eben auch die Versicherung bei der jeweiligen BG abhängig ist.

    Will sagen, die Art der Erfassung der Vertrauensarbeitszeit (in Excellisten, etc) ist nur dann zulässig, wenn sie regelmässig angefordert und überprüft wird. Das bedingt dann ja auch die komplette Erfassung der Zeit und nicht nur die Erfassung der Überstunden.

    Allerdings hab ich da auch bestenfalls nur Grundwissen.

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  2. Zur Änderung des Primärenergiefaktors etwas: Ziel des Referentenentwurfs ist es, bis 2050 einen nahezu Klimaneutralen Gebäudebestand zu bekommen und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu senken. Wenn aber die Wärme weiterhin aus Kraftwerken mit konventionellen Brennstoffen kommt, dann wird das Ziel nicht erreicht. Es gibt auch andere sehr interessante Alternativen, die die Sektorkopplung wesentlich verbessern kann, jedoch stehen dem bisher noch andere Regularien im Weg.

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  3. Ein wenig Hintergrund zur Carnot-Methode:
    Bei den KWK-Kraftwerken gibt es ein weit verbreitetes Missverständnis. Nämlich, dass die Wärme, die da als Fernwärme rausgeht Abwahl der Stromproduktion wäre. Das ist leider so nicht richtig. Mit dem Dampf, der aus der Niederdruckturbine rauskommt kann man nichts mehr anfangen, weil da zu wenig Energie drin ist. Es wird nicht auf Umgebunsdruck sondern in ein annäherndes Vakuum bei fast Raumtemperatur entspannt. Unterer Druck und Temperatur sollen für einen guten Wirkungsgrad so gering wie möglich sein (Stichwort Carnot-Kreisprozess in der Wikipedia).

    Daher wird bei Kraft-Wärme-Kopplung vorher Dampf abgezapft. Meist zwischen Mittel- und Niederdruckturbine. Damit die Stromproduktion gleich groß bleibt wird entsprechend mehr Dampf erzeugt wazu mehr Kohle verfeuert werden muss. Das ist zunächst unintuitiv, denn wenn man mehr Kohle verbrennen muss um überhaupt Wärme auskoppelt zu können, dann könnte man das Zeug auch gleich direkt in den Haushalten verfeuern. Aber es steigert den Ausnutzungsgrad des Brennstoffs. Bei einem Kraftwerk ohne Wärmeauskopplung liegt der elektrische Wirkungsgrad je nach Generation zwischen 44% und 46%. Durch die Auskopplung kommt man zu einen Gesamtausnutzungsgrad von über 80% (el. Wirkungsgrad plus Wärmewirkungsgrad).

    Tjo, und nun ist das Problem wie viel Kohle (=Primärenergie) rechnet man dem Strom und wie viel der Wärme zu. Mein Prof. für Kosten- und Leistungsrechnung für Ingenieure hätte sich gefreut. Der sagte immer, dass man sich die Kosten immer so hinrechnen kann wie mans grade braucht…

    Von https://www.klimakoenner.de/primaerenergiefaktoren

    Exergetische Methode (auch Carnot Methode)

    Kern der Bewertung ist die theoretische Stromerzeugungsfähigkeit der ausgekoppelten Nutzwärme. Über ein thermodynamisches Prozessmodel (Carnot) wird, in Abhängigkeit von Vor- und Rücklauftemperatur der Wärmeeinspeisung sowie der Umgebungstemperatur, ein theoretischer Stromverlust ermittelt. Analog zur Arbeitswertmethode werden physikalische Gesetzmäßigkeiten beachtet. Auch die Abgrenzung des KWK und ein Referenzsystems sind nicht notwendig. Zur Arbeitswertmethodik gibt es einige Analogien: physikalische Gesetzmäßigkeiten werden beachtet und es ist weder eine Abgrenzung des KWK-Prozesses noch ein Referenzsystem notwendig. Mit der Methodik lassen sich generel CO2-Emission von Strom und Wärme ermitteln.

    Stromgutschriftmethode

    Über die Multiplikation der erzeugten Strommenge mit einem Referenzwert (Primärenergiefaktor Strom) und der Differenzbildung zur eingesetzten Brennstoffmenge ergibt sich der Brennstoffanteil für die Wärmeerzeugung. Eine Abgrenzung des KWK-Prozesses ist geboten.
    Bei der primärenergetischen Bewertung von Nah- und Fernwärme aus KWK im Rahmen der EnEV findet der Verdrängungsstrommix (siehe Punkt 3.1.14) Anwendung. In gleichem Zusammenhang findet sich die Methodik im AGFW Arbeitsblatt FW 309 Teil 1 zur energetischen Bewertung von Fernwärme.

    Bin beim Googeln noch auf die beiden folgenden Links gestoßen.
    Von 2002, mag die Stromgutschriftmethode nicht:
    https://www.iwu.de/fileadmin/user_upload/dateien/energie/werkzeuge/bewertungbiomasse.pdf
    Lobbyverband, der die beibehalten will. Die weiterführenden Links sind interessant.
    https://www.agfw.de/energiewirtschaft-recht-politik/energiewende-politik/effizienz-klimaschutz/effiziente-gebaeudeversorgung/

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    1. Das lese ich mir nachher mal durch. Danke.

    2. @Egghat:

      Das solltest du dir nochmal genau anschauen. Euer Beitrag war voll von komischen Kommentaren. Wenn man 10% beim elekrischen Wirkungsgrad fuer die Auskoplung der Fernwaerme verliert, dann muss man beim Waermepumpe-Fernwaerme/Fernkaelte-Vergleich dann 40% der Primaerenergie in Waerme verwandeln, da die Waermepumpe einen Wirkungsgrad von bis zu 4 hat.
      Also ganz einfach:
      Kraftwerk 1: 50% der Primaenergie werden Strom, 10%pkt. davon werden fuer die Waermepumpe verwendet und produzieren 40%pkt Waerme. Gesamtwirkungsgrad des Systems waere dann 80%, wovon aber die Haelfte als relativ minderwertige Waerme anfaellt.
      Kraftwerk 2 mit Fernwaerme: 40% Strom 40% Waerme. Gleiches Ergebnis.

      Der andere Punkt der stoert: Das Gesetz will doch nur, dass auch Haeuser mit Fernwaerme richtig gedaemmt werden. Das ist doch relativ vernuenftig, immerhin muss die Fernwaerme ja auch erzeugt werden und wir koennen mit der Energie nichts anderes machen. Waermepumpehaeuser sollten ja auch vernuenftig gedaemmt werden.

    3. @Thomas.

      Ich schaue mir das nochmal an, bin aber noch nicht dazu gekommen …

      Was die Wärmedämmung angeht: Diese gibt’s nicht ohne Energieaufwand. Hör dir mal die Forschergeist-Geothermie-Folge an. Der Prof dort argumentiert (für mich nachvollziehbar), dass wohnungsnahe Fernwärme (nicht pro Haus, sondern für viele gleichzeitig) so preiswert und CO2-arm ist, dass man das Geld besser darein stecken sollte als in Dämmungsmaßnahmen (die ja auch bestimmte Nachteile haben, Fassaden, die nicht mehr atmen können, schlechte Lüftung, …)

    4. Der wichtigste Teil meines Kommentars ist: Die KWK-Kraftwerke haben einen hohen Wirkungsgrad hauptsächlich weil sie minderwertige Wärme produzieren. Mit einer Wärmepumpe können wir eine kWh Strom in (etwa) vier kWh Wärme verwandeln. Beim reinen Vergleich der Summe der Wirkungsgrade von einem Gas-Kraftwerk und einem Gas-Kraftwerk mit Fernwärme fällt das untern Tisch. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk#Abw%C3%A4rmenutzung.

      Bei dem anderen Punkt hast du recht, für die nachträgliche Wärmedämmung fallen auch Kosten an, und da ist das Optimum bei Fernwärme oder Wärmepumpe vom Optimum bei Gasheizung verschieden. Bei einem Neubau bin ich allerdings der Meinung, dass die Wärmedämmung auch beim Einsatz einer Wärmepumpe Passivhausstandard haben sollte, wir wissen ja nicht wie viel Energie wir in 30 Jahren noch einsparen müssen.

    5. @Thomas:

      Du meinst also: Wenn wir aus dem Kraftwerk NUR Strom rausholen und mit diesem Strom dann Wärmepumpen betreiben wurden, wäre der Gesamtwirkungsgrad höher?

    6. Ja genau. Manchmal ist Fernwärme besser, manchmal ist Strom plus Wärmepumpe besser. Das kommt dann aber auf den konkreten Einzelfall an:
      Strom ist flexibler und kann über längere Strecken mit geringeren Verlusten transportiert werden.
      Fernwärme oder -kälte kann man dafür besser speichern.
      Und natürlich hängt es am Wirkungsgrad der Wärmepumpe. Mit einem Wirkungsgrad von 2 schlaegt man Fernwaerme eher nicht, 3 oder besser 4 sollten es schon sein.

  4. Ich würde gerne ein Wort zu dem Thema Mitten im Leben verlieren.

    Aktuell gibt es bei mir zwei Pärchen bei denen beide gut verdienen könnten wo das Steuermodell in D dies allerdings, nach deren Bericht, sinnlos macht. Er ist in beiden Fällen jemand der schon länger im Arbeitsleben steht und mehr verdient dadurch ist es praktisch für Sie nicht sinnvoll mehr als 70% bis 80% zu arbeiten da die restlichen % nur einen minimalen nettomehrerwerb bedeuten.

    Spekulation: Da wir oft die Verteilung haben, dass der Mann in der Beziehung der ältere ist und dadurch potenziell auch schon länger Arbeitet und mehr Geld verdient, könnte der eben beschrieben Effekt Auswirkungen auf die geringere %tualen Beschäftigung von Frauen haben.

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  5. Ich ging bisher immer davon aus, dass die 11 Stunden Ruhepause pro Tag dafuer dienen den Arbeitnehmer vor Gesundheitsfolgen zu schuetzen. Wenn es dafuer einen guten Grund gibt, dann muessen die Arbeitgeber halt dafuer sorgen, dass ihre Arbeitnehmer nach um 9 oder 10 abends nicht mehr arbeite oder frueh nicht vor um 8 oder 9 anfangen. Zur Not muss man halt die Arbeitnehmer vor sich selber schuetzen, auch (oder gerade) an Universitaeten.

    Die Arbeitszeiterfasung beim Nebenjob muss dem Hauptarbeitgeber bestimmt auch zugaenglich gemacht werden, sonst kann der ja die einmal 24 Stunden pro Woche am Stueck nicht einhalten.

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