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13 Kommentare

  1. Puddingpulver 22. Juli 2019 um 21:34

    Hallo,

    bei ca. Minute 50:52 wird von euch gesagt, dass der CO2 Handel die Ziele erreicht, dort wo er eingesetzt wird. Diese Behauptung kann ich nicht ganz nachvollziehen. Ich habe mal bei der Energiewirtschaft nachgeschaut. 1990 hat die Energiewirtschaft in Deutschland 427 Millionen Tonnen ausgestoßen. 2017 hat die Energiewirtschaft 313 Millionen Tonnen ausgestoßen. Geplant sind jedoch eine Reduzierung von 40% gegenüber 1990 also 170 Millionen Tonnen. Die Ziele wurden also um 66 Millionen Tonnen verfehlt. Das ganze trotz CO2 Handel. Der Verkehr ist im gleichen Zeitraum jedoch um 4 Millionen Tonnen gestiegen.D ie anderen Sektoren sehen aber ähnlich aus wie der Energiesektor und die sind nicht alle im Emissionshandel. Ich sehe nicht, dass der Emissionshandel die Ziele ereich hat.

    Quelle:
    https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/energiebedingte-emissionen#textpart-2
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/deutschland-verpasst-klimaziele-fuer-2020-a-1251847.html
    https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#textpart-5

    Antworten

    1. Du musst ETS und Nicht-ETS getrennt betrachten. Die 40% beziehen sich auf ALLES, also ETS und Nicht-ETS. Basis dafür ist 1990.

      Das ETS ist erst 2005 live gegangen. Deshalb sind die Ziele im ETS ganz anders definiert. „Für die Zuteilungen wurden für den Zeitraum 2013 – 2020 jährliche Obergrenzen festgesetzt, die jährlich um 1,74 % reduziert werden, ausgehend vom Durchschnittsniveau der Zuteilungen durch die Mitgliedstaaten über die vorherige 2. Handelsperiode (2008 – 2012).“ https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/klimaschutzziele-deutschlands

      Diese Ziele innerhalb des ETS wurden erreicht, es geht ja auch gar nicht anders. Wenn es -1,74% weniger Zertifikate gibt, gibt es 1,74% weniger CO2. Das ist der große Vorteil des CO2-Rechtehandels. Und daraus entspringt auch der große Nachteil: Wenn die Zertifikate nicht ausreichen, kann der Preis durch die Decke gehen, weil sich einfach niemand findet, der bei 40 oder 60 oder 80€ kurzfristig seinen CO-Bedarf senken kann.

      Verkehr ist nicht ETS, und das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum die Autos immer dicker werden und jede Verbesserung der Motoren durch mehr PS und mehr Fahrten wieder aufgefressen wird.

    2. Ich war auch etwas erstaunt:
      Erst führt ihr aus, dass der Flugverkehr am ETS teilnimmt. Dann erklärt ihr, das System erreiche sein Ziel. Dabei wächst der Flugverkehr weiterhin stetig.

      Aber klar, mit der Erklärung werden die Ziele natürlich erreicht und können (wie erwähnt) nicht verfehlt werden. Das Ziel ist die Gesamtreduktion, keine Reduktion pro Branche.

    3. Bin auch etwas verwundert, wie ihr den Emissionshandel behandelt. Es ist doch ein Riesenunterschied zwischen dem wirtschaftspolitischen Instrument allgemein und der konkreten Implementierung in der EU oder in Deutschland.

      Ich hatte das Instruemment immer so verstanden (nagelt mich nicht auf die Zahlen fest, das soll nur die Logik veranschaulichen):

      1) Es gibt 8 Mrd Menschen
      2) Der IPCC empfiehlt eine Senkung der globalen CO2-Emissionen auf X Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr
      3) Deutschland hat 1% der Weltbevölkerung
      4) Deutschland hat also ein Anrecht darauf, 1 % von X Tonnen zu emittieren
      5) Deutschland verabschiedet ein Gesetz, nachdem jeder, der in der BRD CO2 emittieren will, über entsprechende Zertifikate verfügen muss
      6) Jeden Tag verkauft eine Behörde soviel Zertifikate, dass am Ende des Jahres 1% von X verkauft sind
      7) Es gibt keine Ausnahmen

      Das ist zugegebenermaßen sehr weit weg von dem, was tatsächlich umgesetzt wurde. Aber bei der Besprechung des Themas würde ich es trotzdem mal erwähnen und Vor- und Nachteile diskutieren.

    4. @Lauchgas:

      Das langfristige Ziel liegt bei weniger als 2t CO2e pro Kopf. Das kann man aber in Deutschland nicht sofort durchsetzen, da die öffentlichen Institutionen das schon alleine auf brauchen. Nachdem der Bund, die Länder und Gemeinden alle Straßen und Schulen gebaut, alle Schulbücher gekauft, alle Polizisten bezahlt haben, ist kein CO2, nichts mehr übrig für den einzelnen Bürger.

      Das bedeutet, dass man sich nicht mal einen neuen Fahrradreifen kaufen könnte. Ueber Fleisch oder Benzin brauch wir gar nicht reden.

      CO2-Emissionshandel macht das ähnlich wie von Ihnen vorgeschlagen, nur mit dem Ziel das wir X erst in Jahrzehnten erreichen.

    5. @Lachgas

      Also in deinen 8 Annahmen sind jetzt so viele Fehler drin, dass ich die alle nicht korrigieren kann.

      Erstens hat sich Deutschland im Paris-Abkommen verpflichtet, den CO2-Ausstoß in Richtung Null zu schieben. Also nix mit 1% der Weltbevölkerung darf 1% ausstoßen. Zweitens ist der real existierende Co2-Emissionshandel ein europäisches Projekt und betrifft deutlich mehr als 1% der Weltbevölkerung und auch (wichtiger) deutlich mehr als 1% des weltweiten CO2-Ausstoßes (D allein liegt bei 2,2%). Und drittens weiß ich nciht, worauf du hinaus willst: Dass wir alleine eh nix machen können? Viertens haben wir das Thema jetzt in gefühlt 6 der letzten 8 Folgend rin gehabt und wir können das nicht immer von Anfang an diskutieren. Aber einen Punkt, den du vernachlässigst, erwähne ich noch: Sollte unser CO2-Preis zu hoch werden und uns Wettbewerbsfähigkeit kosten (darauf werden auch andere europäische Länder achten), muss der CO2-Preis mit einer Steuer an der Grenze der EU ergänzt werden. Machst du nicht mit beim CO2-Preis, zahlst du Steuer. Das ist wahrscheinlich auch mit WTO-Handels/Zollrecht vereinbar. Ich glaube auch, dass das bei einer solchen Steuer viele Länder mitmachen würden, weil sie a) (teilweise) viel weniger CO2 ausstoßen, sprich es belastet sie im Vergleich zu uns unterproportional und b) der Zoll schlicht höher wäre als die CO2-Steuer, es sich also für sie rechnet.

    6. @Lachgas:

      7 Annahmen, und auch nicht falsch. Aber ich verstehe nicht ganz, warum wir über ein theoretisches Konstrukt von dir diskutiere sollen, statt über die konkrete Umsetzung, deren Fehler und v.a. (das war ja der Grund) die Vorschläge aus dem Sachverständigenrat und daraus v.a. dem Punkte CO2-Handel vs. CO2-Steuer.

      @Martino:

      Der innereuropäische Flugverkehr nimmt am Emissionshandel teil. Übersee/Asien etc. nicht. https://www.dehst.de/DE/Als-Betreiber-teilnehmen/Luftfahrzeugbetreiber/Emissionshandel/emissionshandel-im-luftverkehr_node.html;jsessionid=99CF6A9AF0142970618D23076C2A34CB.2_cid292#doc8746132

      Und natürlich ist die Zunahme des Flugverkehrs und das Funktionieren des Systems kein Widerspruch. Es kann ja durchaus im Flugverkehr der Ausstoß an CO2 steigen, wenn er dafür in einem anderen Bereich umso stärker sinkt.

      Du musst bei der ganzen Diskussion über Wirkung/Nichtwirkung des CO2-Handels (oder einer Steuer) immer berücksichtigen, dass der Emissionshandel bis weit ins Jahr 2017 hinein keinerlei wirksamen Preise produziert hat. Erst jetzt an der Schwelle zu 30€/t CO2 beginnt er zu wirken. Die Braunkohleverstromung in D ist im ersten Halbjahr um gut 20% geschrumpft; defakto laufen die Braunkohlekraftwerke nur noch, wenn es nicht anders geht. Auch in UK kann man ähnliches beobachten: Mindestpreis von gut 20€/t CO2 und schon stehen dort die Kohlekraftwerke tagelang still. Das ganze wirkt aber schon, daher ist mein Vorwurf gegen das ETS auch die Nutzlosigkeit in der Vergangenheit (eine CO2-Steuer hätte immer gewirkt; die Politik hätte das direkt in der Hand gehabt).

      Was die Flüge betrifft: natürlih steigt die Anzahl der Flüge noch. Malle hin- und zurück verursacht etwa 0,7t CO2 pro Nase. Bei 30€/t CO2 sind das also 21€ Verteuerung des Flugs. Das mag zwar einige „Drei-Tages-Touristen“ abhalten, aber den Familienurlaub verschiebt deswegen niemand. Der kostet inkl. Hotels und allem Gedöns eher 3.000€, da machen 84€ zusätzlich für vier Leute für den Flug den Braten nicht mehr fett (einmal Essen auf der Hand statt im Restaurant und das Geld ist fast wieder eingespart).

      Diese komplexen Zusammenhänge machen das Thema so schwierig. Beim Strom machen 30€/t schon den Unterschied, beim Flug wirkt eh wenig. Und da wir nicht wissen, wie genau die Verbraucher wo mit Änderungen reagieren, weiss auch niemand, ob wir 50 oder 100 oder 200€/t brauchen. Und wann. Das wird man sensibel steuern müssen.

  2. Tether:
    Eine (Krypto-)Währung, deren Feature es ist, mit US-Dollar hinterlegt zu sein, die aber dann nur zu 75% hinterlegt ist. Total vertrauenswürdig.

    Antworten

    1. Total 😉

      Deshalb ist Libra auch durchaus interessant, weil die Hinterlegung dort nicht durch irgendeine komische Bude gemacht wird, sondern von einer Association, die allein wegen ihrer Macht und ihres potenziellen Einflusses genauestens überprüft werden dürfte. Egal wo der Sitz ist und egal wer genau nach welchen Richtlinien (ETF? Wertpapier? Währung?) überprüft. Es dürfte viel, viel strenger sein als bei Libra (die ja zum größten Teil unter dem Radar geflogen sind)

  3. Kosten der Energiewende?

    Soweit ich das verstanden habe, sind die Erneuerbaren Energien langfristig günstiger als Fossile Energieträger. Nach den Installationskosten fallen doch nur noch Wartungs- und Erhaltungskosten an. Aber alle Ausgaben für Rohstoffe fallen weg. Das bedeutet doch, sobald die Installation amortisiert ist wird dem Wirtschaftskreislauf Energie günstiger zur Verfügung gestellt. Unsere Volkswirtschaft in Deutschland gründet sich doch hauptsächlich auf Bildung (Fachkräfte) und Energie (Weiterverabeitende Industrien).
    Sind die Aufbaukosten wirklich so riesig, dass ein positiver Effekt durch günstigere laufende Energieerzeugung negiert wird?

    Vielleicht ist mein Gedankengang hier etwas zu naiv, wäre aber toll wenn ihr das mal evtl. mit Zahlen aufgreifen könntet.

    Wenn die Energieerzeugung entsprechend CO2 frei und evtl. sogar günstiger würde fallen doch die anderen Sektoren wie Verkehr und Wohnen (E-Mobilität, Power to Gas…) automatisch mit um.

    Antworten

    1. Die laufenden Kosten einer Windkraft- oder Solaranlage sind zwar deutlich niedriger als die Investitionskosten, aber bei weitem nicht Null. Bei den ersten Windkraft/Solaranlagen, die jetzt bald aus der EEG-Fixpreis-Vergütung fallen, ist unklar, ob die Anlage für den aktuellen Großhandelspreis von etwa 5,5 Cent/kWh weiterlaufen werden. Es sind halt 20 Jahre alte Anlagen, die sind teurer in der Wartung als neue Anlagen und haben auch einen geringeren Ertrag. Auch deshalb ist es eventuell sogar günstiger, die Dinger abzureißen und neu zu installieren. Besonders weil man dann wieder die höheren EEG-Preise kassieren kann (ist halt ne neue Anlage). Hört sich jetzt doof an, und ist es wahrscheinlich auch.

      Deutschlands Wettbewerbsvorteil war immer Wissen, Fleiß, Investitionsischerheit, und vieles andere. Aber nie Energie oder niedrige Energiekosten. Und das wird auch nie unser Wettbewerbsvorteil werden (alles ölbasierte war in den USA immer billiger, Strom zB in Frankreich durch die AKWs). Solarstrom in Deutschland wird auch immer mehr kosten als zB in Nordafrika oder Mexiko. Und selbst für Windenergie gibt es bessere Gegenden als die Nordsee (Texas zB; riesig, es ist dauernd windig UND man ist auf dem Land)

      Was du mit „Sektoren umfallen“ meinst, verstehe ich nicht.

    2. Dass bei Windkraft die laufenden Kosten höher sein können habe ich gelesen, da fallen Reparaturen/Wartungsarbeiten regelmäßiger an. Bei PV sind die Hauptunterhaltskosten die Haftpflichtversicherung, Reinigungskosten und Rücklagen für Kleinmaterial bzw. falls mal ein Wechselrichter getauscht werden muss. Die 9 Jahre alte 22,5 kwP Anlage meines Onkels hat letztes Jahr ca. 23500 kWh erzeugt wäre also auch bei 5,5 Cent/kWh noch locker wirtschaftlich zu betreiben. Weißt du wie hoch derzeit die durchschnittlichen Stromgestehungskosten bei Kohle sind? Online findet man überall nur die Werte für neu errichtete Kraftwerke. Und da kommt aktuell von den Fossilen nur Braunkohle in den Bereich von 5,5 Cent/kWh. https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/DE2018_ISE_Studie_Stromgestehungskosten_Erneuerbare_Energien.pdf
      Solange man alte PV-Anlagen noch gut wirtschaftlich betreiben kann würde ich keinen (ökologischen) Grund sehen, die direkt zu ersetzen. Da wäre es evtl. sinnvoll die EEG Umlage bei Neuinstallationen an schon mal geförderten Plätzen daran zu knüpfen, dass die Leistung sehr viel höher sein muss.
      Wenn bei den Fossilen Energieträgern durch eine CO2-Steuer oder teurere Zertifikate der Herstellungspreis steigt müsste doch auch der Börsenpreis steigen -> Erneuerbare werden automatisch wettbewerbsfähiger. Und wenn ich das richtig verstanden habe wird bei gestiegenen Börsenpreisen der EEG-Umlagenanteil sinken.
      Sicherer Abhnahmepreis der geförderten Anlage = Börsenpreis + EEG-Zulage (+ 1000 andere Sachen)
      Eine Einpreisung von CO2-Kosten sollte sich also beim normalen Endverbraucher derzeit auch nicht sonderlich in den Stromkosten durchschlagen.

      Bei den CO2 Einsparzielen wird doch immer von den verschiedenen Sektoren (Energieerzeugung, Verkehr, Wohnen…) gesprochen.
      Wenn die Energieerzeugung quasi CO2 frei ist können die anderen Sektoren als Folge davon auch auf dem gleichen Level sein.
      Bsp. überschüssige Erneuerbare Energie wird durch Power-to-Gas umgewandelt, gespeichert und im Winter zum Heizen verwendet. Die ursprüngliche Energieerzeugung war CO2 frei. Die Power-to-Gas Umwandlung ist CO2 negativ. Die Heizung zum Schluss wieder CO2 positiv. Der Gesamtkreislauf also relativ CO2 frei.
      Das Ganze setzt allerdings entsprechende Überkapazitäten und niedrige Energieerzeugungspreise voraus, damit die Kette möglich und wirtschaftlich ist. Wenn in diesem Beispiel das importierte Erdgas trotz CO2 Bepreisung günstiger ist, würden die Verbraucher wahrscheinlich weiterhin auf dieses setzen.

    3. Die aktuellen CO2-Preise im ETS (25-30€) sorgen dafür, dass sich aktuell Braun- und Steinkohle nicht mehr rechnen. Der Kostenvorteil gegenüber anderem Strom ist ziemlich genau so hoch, wie durch CO2 wieder draufgepackt wird. Das ist auch genau die Größenordnung, die mir immer genannt wurde: Bei 20-30€/Tonne CO2 baut niemand mehr ein Braunkohlekraftwerk, bei 30-40€ werden auch schon bezahlte Kraftwerke unprofitabel. Bei Steinkohle liegen die Grenzen etwas (so 5€) höher. Wenn du also die laufenden Kosten von Kohle haben willst: Irgendwo in der Ecke von 3-4 Cent/kWh.

      Was die existierenden Anlagen angeht: Photovoltaik ist relativ wartungsarm. Aber auch nicht komplett wartungsfrei. Du musst zB auch säubern. Aber wichtiger: Es gibt bei großen Anlagen immer Opportunitätskosten, also Kosten durch etwas, was du nicht machst. Also die Frage, die sich die Bauer stellte: Solar oder Weizen? Wenn du mit Weizen mehr verdienen kannst als mit Solar zu 5,5c/kWh, kannst du die Anlage wieder abreißen und Weizen anbauen. Bei 30c/kWh sah die Rechnung möglicherweise anders aus. Und damit ist die Gefahr auch schon genannt. Wenn du für einen neuen Park wieder die Förderung 10c/kWh kassieren kannst, ist abreißen und neu bauen eventuell interessanter. Dein Vorschlag, das irgendwie zu vermeiden, ist daher sinnvoll (meine Idee; 25% Abschlag auf die existierende Einspeisung, also hier zB 7,5c/kWh). (Bei Windanlagen wird übrigens auch oft Pacht bezahlt, weil die Anlage auf der Fläche von jemand anderem steht. Oft ist diese Pacht ein entscheidender Kostenanteil; könnte und müsste man nach Auslaufen der EEG-Einspeisung neu verhandeln).

      Im Strommarkt würde die CO2-Steuer nicht mehr viel bewirken. Hier sind wir eh schon bei etwa 50% Erneuerbaren, Kohle wird politisch zurückgefahren, und Strom ist schon dermaßen hoch belastet, dass die CO2-Steuer hier nicht mehr viel bewirken wird.

      Tja, und die Speicherung von Strom wird noch ein großes Problem. Weniger die kurzfristige, sondern die langfristige (Sommer –> Winter). Power2Gas ist leider sehr sehr teuer (ergo: Es geht viel Energie verloren). Hier brauchen wir noch einen Technologiedurchbruch (und zwar einen großen). Die Idee mit dem Überschussstrom ist übrigens leider wenig hilfreich. Denn die Umwandlungsanlagen, die aktuell einen /halbwegs/ vernünftigen Wirkungsgrad haben, sind aufwändig und teuer. Und die willst du nicht das halbe Jahr ungenutzt rumstehen lassen. Nur mit Überschussstrom sind die nicht sinnvoll zu betreiben. D.h. entweder effiziente und teure Anlage und 365*24h-Betrieb /(zB OffshoreWind oder PV-Strom in Sahara) oder einfache Anlage für relativ wenige Betriebsstunden mit Überschussstrom. Bei letzterem sieht es aktuell vor allem nach Wärme aus. Denn dafür brauchst du nur ein paar ziemlich einfache (und große) Tauchsieder und dann ab ins Fernwärmenetz damit. (Die ISE hat die Wasserstoffherstellung (oder war es Methanol?) in D vs. Afrika mal durchgerechnet und meint, dass sich das in D nie rechnen wird, weil in Afrika der Strom billiger und zuverlässiger ist und der Transport nur wenig kostet (in Pipelines sogar fast gar nix).

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