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    Aus Zeitgründen verzichten wir momentan auf die Shownotes. Für diese Folge stelle ich daher meine losen Notizen zur Verfügung. Nicht alles war im Gespräch enthalten. (mh)

    Warum steht das System unter Druck?

    China: die ersten 2 Monate

    • Industrieproduktion -13,5% yoy
    • Einzelhandelsumsatz -20,5%
    • Anlageinvestitionen -24,5%
    • Geschätzte BIP-Entwicklung in Q1: -10% yoy

    Die bekannten Stimuli der großen Wirtschaftsnationen deuten hingegen auf einen BIP-Effekt von rund 2% hin.

    Bei allen Projektionen wirkt ein gewisser Optimismus. Basierend auf der chinesischen Erfahrung wird davon ausgegangen, dass es im zweiten Halbjahr wieder normal weitergeht. Ein Rebound bei den Infektionen wird also noch nicht unbedingt mitgedacht.. Er kann aber passieren.

    Entsprechend vorsichtig sind die Marktteilnehmer. Während man seitens der Politik der Eindruck gewinnen könnte, dass da mehr auf das Prinzip Kontrollierbarkeit gebaut wird.

    JP Morgan Chase hat in einer Untersuchung rausgefunden, dass das durchschnittliche kleine Unternehmen Cashreserven für 27 Tage hat. Restaurants Liquidität für 16 Tage.

    EZB + Deutschland

    • Die EZB weitet ihr Anleihenrückkaufprogramm um 750 Mrd. Euro bis Jahresende aus, also rund 117 Mrd. Euro mehr im Monat
    • Der ganze Spaß heißt PEPP: Pandemic Emergency Purchase Programe
    • Zudem können nun auch Unternehmensanteile aus dem nicht-Finanzsektor gekauft werden
    • Die Anforderungen an Sicherheiten werden gesenkt.
    • Die BaFin senkt zudem den antizyklischen Kapitalpuffer für Banken von 0,25% auf 0,00%.
    • Flankiert wurden die Maßnahmen von einem Artikel der EZB Chefin in der Financial Times.
    • Griechische und italienische Anleihen waren daraufhin die Gewinner, sie litten zuvor aber auch am meisten.
    • Aber nach diesem Höhepunkte beruhigte sich auch der Markt insgesamt

    FED

    • Der Korridor für die Leitzinsen wurde auf 0,00 bis 0,25% festgelegt. Die Senkung entspricht 100 Basispunkten.
    • In einer konzertierten Notenbankaktion werden Dollar-Tauschgeschäfte ausgeweitet und die Konditionen verbessert. Damit soll eine Angebotsknappheit an Dollar vermieden werden, sprich Liquiditätsengpässen, die wiederum zu Finanzierungsproblemen führen würden.
    • 700 Mrd. für Anleihenrückkäufe und die FED greift in den Markt für Komunalanleihen ein um die Finanzierung der Kommunen und Bundesstaaten sicher zu stellen.
    • Die FED hat letzte Woche mehr Assets aus dem Markt angekauft als in der härtesten Woche der Finanzkrise in 2008

    Kurz zur Dollar-Liquidität:

    • Der Dollar ist die Reservewährung
    • In der Krise sammelt sich hier alles Geld
    • Ist die Krise klein, werden die betroffenen Vermögenswerte verkauft (Aktien, Anleihen.. was auch immer gerade im Fokus steht.) und umgeschichtet. In Gold oder Profiteure der Krise.
    • Wenn aber alles verscherbelt wird, also Anleihen, Rohstoffe, Aktien und vielleicht sogar noch Immobilien.. Dann fließt dieses Geld in die sicherste Währung. Nebst dem schweizer Franken, Mark, ist das der Dollar.
    • Dadurch steigt der Wert des Dollar gegenüber allen anderen Währungen, was für die US-Wirtschaft gar nicht so positiv ist.
    • Dadurch haben die USA wiederum einen hohen Anreiz, den Markt mit Dollarliquidität zu versorgen. Und das tun sie auch.
    • Damit werden nicht-US-Unternehmen und andere Staaten, die sich in Dollar verschuldet haben, potenziell entlastet bzw. nicht über Gebühr belastet.

    Weitere Notenbanken

    • Bank of England: Main Bank Rate auf 0,1% gesenkt + 200Mrd. Pfund Assetankäufe (=645 insgesamt)
    • Die Japanische Notenbank weitet ihr Ankäufe von Unternehmensanleihen und  Aktien-ETFs aus und wird damit wohl zum größten Anteilseigner japanischer Unternehmen (nach den Pensionskassen)
    • Die Schweizer Notenbank hält die Zinsen stabil bei -0,75% und will die Währung weiterhin stabil halten, sprich Schweizer Franken verkaufen. . Dazu der Hinweis, dass dies zu weiteren Problemen mit den USA führen könnte, die bereits im Januar damit drohte die Schweiz als Währungsmanipulator einzustufen.
    • Taiwan: Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 1,125%
    • Die Bank of Korea senkt die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 0,75%
    • Hongkong hat um 64 Basispunkte auf 0,86% gesenkt.
    • Philippinen: Leitzinssenkung um 50 Basispunkte auf 3,25%.
    • Norwegen und Australien drohten mit Interventionen in die Währungsmärkte.

    Globale Produktionsketten

    Ich bin mir nicht so sicher, was ich von diesen Diskussionen halten soll. Wir können eine globale Wirtschaft zwar wesentlich ausdifferenzierter aufbauen als bisher.. Aber es werden dann dennoch jene einen Renditevorteil haben, die mehr zur Effizienz neigen und weniger zur Diversifizierung der Produktionskette.

    Zumal eine Pandemie nicht der Regelfall ist.

    Das Problem ist auch sehr mannigfaltig. Wir haben auf der einen Seite die großen Produktionsstandorte, die extrem Effizient produzieren und Waren verteilen. Macht eine Fabrik dicht, steht alles still.

    In der Folge haben kleinere Zulieferer, die von dem Virus vielleicht gar nicht so stark betroffen sind, sofort ein Liquiditätsproblem. Das liegt auch daran, dass die kleineren gegenüber den größeren ggf. sehr stark am Preislimit agieren müssen um am Markt bestehen zu können.

    Natürlich kann sich ein Unternehmen wie Apple es sich nun leisten, seinen Zulieferern Liquiditätshilfen zu geben. Doch weggebrochenes Geschäft ist am Ende immer weggebrochenes Geschäft. Die Marktposition der Kleinen wird gegenüber den großen somit geschwächt.

    Warum ich mit all dem Hadere: Solange wir uns in einer Marktwirtschaft oder gar dem Kapitalismus als System befinden, wird es so sein wie es ist. Wir können natürlich Bilanzregularien mit höheren Rücklagen etc. schaffen, damit Unternehmen bei solchen Vorgängen künftig besser geschützt sind… aber das ist nur ein Teilbeitrag und ändert nichts an der Grundproblematik.

    Hilfsmaßnahmen

    • Die EU setzt die Maastrichtkriterien aus. Also es darf mehr als 3%-Staatsverschuldung geben.
    • In der FAZ fordern Ökonomen den Euroraum mit 1 Billion Euro an Anleihen auszustatten, die allem Euro-Staaten zur Verfügung stehen. Wohlgemerkt nicht allen EU-Staaten.
    • Der ESM – also der europäischen Stabilitätsmechanismus – soll von 60 auf 200 Mrd. Euro Aufkapitalisiert werden und dann entsprechend den Banken beispringen und/oder eine Abschreckung auf die Spekulationen ggü. den Banken ausüben. https://zeitung.faz.net/faz/wirtschaft/2020-03-21/139231512034f9e1cd1211ce1871a646/?GEPC=s3
    Credits:
    Intro-Music: Title: “Femme Fatale: 30a”; Composer: Jack Waldenmaier; Publisher: Music Bakery Publishing (BMI)

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