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One Comment

  1. Claudia Mondrowski Claudia Mondrowski

    Sehr gut gemachte Sendung, wobei ein Thema wirklich schwer im Magen liegt. Super aufgearbeitetes, erschütterndes Kapitel „Kindeswohl-Report“, der seit vielen Jahren wohl jedes Mal entsetzen hervorruft, aber auch jedes Mal unbearbeitet im Archiv verschwindet.

    Es finden dazu nicht mal mehr Debatten statt, bzw. diese verschwinden in der täglichen Nachrichtenflut. Resignation wohin man sieht, Schulterzucken und der lahme Verweis auf „Sparmaßnahmen“ und „Ländersache“. Über 15% der Kinder in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt sind armutsgefährdet, 2,2 Millionen Minderjährige! Es herrscht große Ungleichheit bei Bildungschancen und akademischen Abschlüssen. 40 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland erreichen nicht die Mindestkompetenz in Lesen und Mathematik.

    Es brennt an allen Ecken und Enden und die Maßnahmen der letzten Jahre, fruchten nicht oder fruchten zwar, werden dann aber zurückgefahren oder ganz beendet. Sei es bei der Armutsbekämpfung, Bildung oder austarieren von Ungleichheiten, die, die etwas tun müssten, erwecke auf mich den Eindruck der kompletten Abstumpfung und Resignation. Wir fallen in den meisten Bereichen des Reports hinter Länder wie Rumänien oder der Slowakei (sorry, das ist kein Bashing) zurück und laufen nur noch im untere Drittel mit. Dazu nur noch ohrenbetäubendes Schweigen aus Berlin oder den Ländern: Kein Plan,, kein Hinsehen, keine Ansätze, keine Leidenschaft, keine Debatte. Nichts. Is so, weil is so!

    Was war in 2001 los, als der erste PISA Test Ergebnisse veröffentlicht wurden? Debatten, Leitartikel, Arbeitsgruppen, eine Schockwelle ging durchs Land, Ideen gab es viele. Das ist bis heute so geblieben. Dutzende Dokus wurden in den letzte 25 Jahren produziert, die zeigen sollten, was alles gegen Kinderarmut und für bessere Bildung getan wurde. Fast nichts davon hatte Bestand. „Oh, schaut die Finnen, na da können wir etwas lernen, lasst uns das auch so machen“ Nie wieder etwas von gehört. Schwedische Modelle? Toll, aber einfach nicht anwendbar im Land der Dichter und Denker. Teilhabe für Kinder aus sozial schwachen Familien? Ja, gab es und wenn man etwas Glück hat auch heute noch, verlassen kann sich keiner darauf

    Ulrich hat vollkommen Recht: Wir lernen nicht dazu, wir sehen, dass wir in diesen Reports ans Ende durchgereicht werden, aber ziehen keine Schlüsse, Lösungen von Bestand oder Konsequenzen daraus.

    Was können wir tun? So ein Kapitel in einem Podcast ist ein Anfang, reanimiert aber nicht dieses mausetote Pferd.
    Das kann doch unmöglich so weiter gehen!

    Danke an Hannah, für die umfangreiche Aufarbeitung und die viele Artikel und Berichte. Man ertappt sich dabei, sich zu wünschen, man wüsste das alles nicht und gräbt sich stattdessen irgendwo ein.
    Dank an die Mikroökonomen fürs immer wieder Aufrütteln!

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