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14 Kommentare

  1. Ich finde es absolut schade, dass beim Thema Bier eine Besonderheit, nämlich die stark ausgeprägte Verbundheit der Konsumenten zu regionalen Brauereien, tendenziell eher als Nachteil dargestellt wurde. Zumindest kam das im Interview so rüber.
    Regionale Produkte sind ein Teil der Lösung vieler Umweltprobleme (Lieferwege, Schaffung/Erhalt lokaler Strukturen und damit Arbeitsplätze,…). Das gilt innerhalb Deutschlands wie auch weltweit. Von daher ist es eher zu begrüßen, dass keine deutsche Brauerei als großer Global Player sich durchsetzen konnte. Dass es diese trotzdem gibt, ist wiederrum eher ein Problem.

    Davon abgesehen: Alkohol ist ein Suchtmittel und sollte daher nicht wie jedes andere, alltägliche Produkt betrachtet werden, sondern immer auch davor gewarnt werden, auch in einem Wirtschaftspodcast, schließlich sind die gesellschaftichen Folgen von Alkoholkonsum auch wirtschaftliche Folgen. Auch geringste Mengen Alkohol sind schädlich, und es ist sehr schade, dass sich diese Erkenntnis offensichtlich immer noch nicht durchgesetzt hat. Würdet ihr einen ähnlichen Beitrag auch zu Cannabiskonsum machen? oder zu verschreibungspflichtigen Medikamenten? Es ist daher zu begrüßen, wenn in D (oder irgendwo) der Bierkonsum zurückgegangen ist. (Natürlich nicht, falls das nur darauf zurückzuführen ist, dass die Konsumenten auf andere, härtere Alkoholika umgestiegen sind, aber diese Info gab es leider nicht, da hätte man nachfragen können.)

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    1. Ich meine mich zu erinnern, dass die regionale Verbundenheit bei sowohl den Verbrauchern als auch den Besitzern der Brauereien angesprochen wurde.
      Dieser Umstand wurde nicht als Nachteil, sondern als Erklärung dafür angeführt warum deutsche Brauer nahezu keinen Anteil am Internationalen Markt haben.

      Zum Umweltaspekt meine Ansicht: Wenn eine deutsche Marke zB auf dem US-Markt Fuß fassen würde, würden sicherlich keine Container mit Flaschen und Fässern von DE per Schiff nach Nordamerika geschickt.
      US-Biere die du hier in Deutschland kaufst sind auch hier in der EU produziert.

    2. Das ist übrigens eine Frage, die ich Olaf gestellt hätte: Ist es noch so, dass ein Warsteiner aus Warstein kommen muss? Das war früher™ nämlich wirklich mal so. Warsteiner (IIRC) hat Iserlohner (IIRC) gekauft und wollte in den relativ schlecht genutzten Kapazitäten des Zukaufs das eigene Bier brauen. Dagegen hat ein Konkurrent geklagt (wahrscheinlich Krombacher, weil die direkt nebenan sind) und gewonnen. Danach hatte der Aufkäufer eine regionale Biermarke mit schlechter Auslastung, für die er zu viel Geld bezahlt hatte …

    3. es geht bei der „wirtschaftlichen“ betrachtung zunächst einmal nicht um eine „ethische bewertung“. sondern darum festzustellen, wie es ist und was das nebeneffekt davon ist. in diesem fall: die regionalität der deutschen brauereien führt zur schwäche im export.

      das ist auch insofern interessant, weil sich in den letzten jahren immer mehr re-regionalisierungs-theorien etablieren, die meinen, damit würde es uns allen besser gehen. sei es bei obst oder maschinen. aber so ganz kann man dem nicht zustimmen, wenn man sich dann die märkte anschaut, in denn eher regional gearbeitet wird. es hat einen entscheidenden nachteil… export kann man dann vergessen.

      meine persönliche meinung dazu ist: ein gutes wirtschaftssystem hat beides.. starken export und starke regionale märkte. nicht beides muss im einklang gehen. sprich wir verkraften den regionalen markt bei bier, weil wir in anderen branchen gut aufgestellt sind.

      bier, als aus druck der geselligkeit innerhalb unserer gesellschaft, darf und muss vielleicht sogar allein regional verankert sein um seinen zweck zu erfüllen. da hat jede gesellschaft einen anderen anspruch. in deutschland würde man eher weniger von den wertvollen regional verankerten marken für babylätzchen schwärmen..

      die gesellschaftliche entscheidung hat einen einfluss auf die wirtschaftliche. die folge, haben wir dargestellt.

      mfg
      mh

  2. Hallo zusammen! Wenn die Zinshöhe das/den Risiko/Wert abbildet, das/der für die Kreditvergabe maßgeblich ist, wie wirkt sich das umgekehrt bitte aus, wenn die Preise steigen? Also z.B. die auf Pump gekaufte Immobilie ständig im Wert steigt, dann müsste im Gegenzug der Zins darauf doch eigentlich sinken, oder? Was sind die Folgen daraus? Erweiterter Kreditrahmen oder gar absinkende Restschuld?

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    1. Holla die Waldfee 21. Oktober 2018 um 13:22

      Absinkende Restschuld wird es imo nicht geben, da die Banken den Kredit so kalkulieren, dass die Rendite so auch eingehalten wird, sprich der Gewinn erwirtschaftet wird. Der erweiterte Kreditrahmen ist schon möglich, allerdings vermute ich, dass man dazu eine neuerliche Bewertung vornehmen lassen muss.

    2. So lange die ursprüngliche Zinsbindung gilt, wird sich am Vertrag wohl nichts ändern. Wenn du neu verhandelst (Zinsbindung abgelaufen) kannst du natürlich tendenziell bessere (niedrigere) Zinsen verhandeln, wenn du dank des steigenden Immobilienpreises „nur“ noch 60% und nicht 80% des Immobilienwerts beleihen musst.

      Du kannst das natürlich auch zur Erweiterung des Kreditrahmens nutzen und dir einen Tesla davon kaufen …

  3. Wenn steigende Immobilienpreise es tatsächlich ermöglichen den Kreditrahmen zu erweitern, wäre das ja schon seltsam. Da die Haftung in USA ja anscheinend nur für das Haus und nicht für das gesamte Vermögen gilt. Sollte jemand auf die Idee kommen, z.B. ein sehr schickes, teures Auto mit dem erweiterten Hauskredit anzuschaffen, dann kann er das Auto doch eigentlich selbst im Falle des Verlustes des Hauses behalten und muss keine Kreditraten mehr bedienen? Ist doch bestimmt anders, oder?

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    1. in den usa war es so.. und das hat sich mE kaum geändert.. dass die erhöhten hauspreise zum ausbau der kredite genutzt wurden. dieses geld wiederum wurde dann für konsum verwendet.

      der hintergrund ist, dass man sich in den usa viel mehr „standesgemäß“ verhalten muss als in deutschland. das betrifft vor allem bildung und sichtbare dinge wie auto. die häuser hingegen sind eher vernachlässigt. da wird wenig reininvestiert.

      anders gesagt: der kapitalismus ist extrem effizient darin, angebote für jeden geldbeutel zu schaffen. diese angebote werden verbunden mit identität und als mensch kommst du kaum aus dieser schiene raus, außer du grenzt dich komplett davon ab. daher gibt es auch immer öfter diese hochemotionalen debatten, in denen es nicht um die sache an sich geht, sondern darum, wie die welt zu sein hat.. die man sich zugleich regelrecht erkauft (hat).

      mfg
      mh

    2. Normalerweise kannst du das Haus nicht zu 100% finanzieren. Damit machst du immer Verlust, wenn du den Schlüssel für das Haus bei der Bank einwirfst und sagst: Das war’s mit der Hypothek. Du bist dann zwar den Kredit über 300.000$ los, aber eben auch das Haus im Wert von 400.000$. Das vom Kredit gekaufte Auto reißt das dann nicht heraus.

      Klar, in der großen Immoblase vor gut 10 Jahren gab es auch 125% Beleihungen auf Immobilien, aber ich schätze die Bedingungen dafür haben sich massiv verändert. Sprich: Du zahlst dafür einen so hohen Zins, dass sich das nicht zum Kauf eines Autos lohnt (weil der Autokredit günstiger ist). Oder du musst eben doch noch andere Sicherheiten hinterlegen.

  4. Der Grundmechanismus wirkt natürlich: Bei steigendem Immobilienpreis kannst du aufhören zu tilgen (prozentual sinkt die Beleihung ja von „allein“) und im Extremfall sogar höher beleihen und ne Weltreise buchen.

    Nur damit wir uns nicht in den Details verlieren: Steigender Wohlstand ermöglicht immer auch steigende Verschuldung. Man muss das immer im Zusammenhang sehen. (Dabei kann der Zusammenhang durchaus andersherum interpretiert werden: Steigende Schulden sorgen für steigenden Wohlstand. Das ist aber eine eher philosophische Diskussion. Wichtig ist: Beides steigt normalerweise und solange das Verhältnis stabil ist, ist das nicht weiter schlimm)

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  5. Coole Links über Römer.

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  6. Nach dieser wunderbaren Folge war ich gerade auf Eure Spenden-Seite abgebogen. Kann man denn auch Hörerinnen-Wein oder Hörer-Schnittmuster für Hannah spenden? 😉

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    1. kannst du an mich schicken, ich gebs dann weiter.

      mfg
      mh

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