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9 Kommentare

  1. Ich denke ihr unterschätzt wie viele eurer Hörerinnen den Podcast der Picks und des Bieres wegen hören. Wenn ihr die Werbung am Anfang macht, dann hat man das Smartphone noch in der Hand und kann leicht etwas vorspulen um die Werbung zu überspringen. Vor’m Bier muss man das Smartphone dann erst aus der Tasche ziehen.

    Hängt natürlich auch davon ab, ob für Bier oder für ein Bankkonto geworben wird.

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    1. Die Lage macht ja den gleichen Spot am Anfang und kurz vor Ende. Aber darüber machen wir uns Gedanken, wenn wir das mal ernsthaft anpeilen.

  2. Vielen Dank für den Hinweis der Flächenversorgung via 4G/LTE!

    Man mag argumentieren, dass man damit extra Aufwand betreibt (d.h. Geld ausgibt), um ländliche Gegenden gerade mal auf den heutigen Stand zu bringen. Damit liegen diese natürlich, sobald 5G kommt, wieder eine Technologie zurück.

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    1. Es würde aber für die viel zitierten Milchkannen ausreichen. Aber … Siehe Kommentar von Thomas R. darunter. Entgegen meiner Aussage ist 4G-800MHz doch mit einigen Problemen behaftet.

  3. Ein paar Ergänzungen zum 5G-Thema:
    Es ist richtig, dass die Signaldämpfung mit der Frequenz steigt. Bei dem eher kleinen relativen Unterschied zwischen 1,8 und 3,5 GHz besteht jedoch noch keine so dramatische Änderung (zumal auch für LTE bereits ein weiteres Frequenzband bei 2,5 GHz in Benutzung ist). Da das 5G-Netz schon aus Gründen der Bandbreite deutlich engmaschiger ausgebaut sein muss, wird die Dämpfung nochmals unkritischer. Im Nahfeld ist die Durchdringung der Signale nämlich noch ziemlich ansehnlich und in großen Gebäuden müssen sowieso Mikrozellen installiert werden.

    Eine große Flächenabdeckung auf diesen Frequenzen ist hingegen sehr schwierig und neben verfehlter Politik auch einer der Gründe, warum 3G und 4G in Deutschland nie ansatzweise flächendeckend ausgebaut worden sind. Mit höherer Frequenz steigt nicht nur die Dämpfung sondern sinkt auch die Beugungsfähigkeit der Wellen – einfach gesagt: Je höher die Frequenz, desto eher strahlt man über Täler hinweg. In unseren Mittelgebirgen fatal. Bei weitem nicht jedes Dorf hat eine eigene Mobilfunkanlage.

    4G auf 800 MHz ist trotzdem eher eine Randerscheinung geblieben (auch die anderen Anbieter neben der Telekom haben übrigens Stationen in diesem Band), weil Dämpfung und mangelnde Beugung bereits auf 800 MHz im Fernfeld problematisch sind. Nicht ohne Grund sendet unser traditionelles UKW-Radio bei 100 MHz und das Digitalradio um 200 MHz. Außerdem sind die zugewiesenen Frequenzbänder auf 800 MHz nicht groß genug für richtig hohen Datendurchsatz. Durch die Räumung der oberen Fernsehkanäle („Digitale Dividende“) entspannt sich das etwas, doch der Effekt wird durch den steigenden Datenhunger der Nutzer schnell wieder aufgefressen.

    Ich sehe angesichts der Bevölkerungsdichte in Deutschland keinen Ort, an dem die Vorteile eines Netzes auf 800 MHz die Nachteile rechtfertigen würden. Allenfalls vereinzelt in Regionen wie der Uckermark und dem Pfälzerwald. Das ist eher ein Sparprogramm: Mit vergleichsweise geringem Aufwand kann man einen großen Versorgungsklecks auf die Netzabdeckungskarte zaubern. Aber neben dem Bandbreitenproblem kommt der von Ulrich angesprochene Nachteil der recht geringen Feldstärke beim Nutzer hinzu. Schon in 3 bis 5 km Entfernung wird die Inhouse-Versorgung schwierig. Ein ernsthafter Infrastrukturausbau lässt sich einfach nicht vermeiden. 4G auf 800 MHz ist eher etwas für sehr dünnbesidelte, große Nationalparks, in denen möglichst überall irgendwie ein Notruf möglich sein soll oder die mongolische Steppe, wo mit festinstallierter Richtantenne neben der Jurte die 25 km entfernte Station erreicht werden kann.

    Das Kooperationsverbot zwischen den Netzbetreibern halte ich – wie ihr – für fatal. Zumindest bei den bisherigen Netzen betrifft das allerdings nur die technischen Komponenten. Es stehen unzählige Masten herum, die von einem der (ehemals) vier großen Netzbetreiber gebaut worden sind, auf denen sich allerdings auch die anderen (manchmal alle) eingemietet und ihre eigenen Antennen installiert haben.
    Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass viele der Masten den Betreibern nicht mehr selbst gehören oder nur über Umwege. Bei der Telekom heißt das Stichwort „Deutsche Funkturm“, bei Ex-Eplus wurden die Türme zur Finanzierung des Netzausbaus verkauft und zurückgeleast.
    Auch bei der Glasfaseranbindung darf man auf andere Dienstleister zurückgreifen (vgl. die Kooperation von O2 und NGN).

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    1. Danke für die vielen Anmerkungen und Details.

      Dass 4G in Mittelgebirgen kritisch ist, war mir bekannt (Bekannter meinte mal, du musst eine hügelige Fläche eigentlich immer von drei Seiten aus versorgen, um halbwegs vernünftige Abdeckung hinzubekommen; damit haben die Funkzellen zwar immer noch einen beeindruckenden Durchmesser, aber du brauchst trotzdem deutlich mehr als man denken könnte), dass es aber schon bei einfacheren Topographien Probleme gibt, ist mir neu. Die Telekom macht es in NRW im Münsterland und am Niederrhein Richtung Grenze zu NL (das ist beides schon so flach wie die Niederlande). Aus der Gegend kenne ich aber auch schon die Geschichten mit der schlechten Inhouse-Versorgung. Ok, dann ist 4G auf 800 MHz nicht einmal für die flächendeckende Internet-Versorgung von Milchkannen geeignet …

      Dass die Masten gemeinsam genutzt werden können, ist auch interessant. Ich war mir da nicht sicher.
      Und dass die Glasfaser „gemeinsam“ genutzt wird, habe ich kurz nach der Aufnahme erfahren. Da kam nämlich die Meldung, dass Vodafone im großen Stil bei der Telekom Glasfaser gemietet hat.
      Jetzt kann man sich natürlich fragen, ob es noch so sonderlich viel Sinn macht, die Technik dreimal auf den Mast zu stellen, wenn die Masten und die Glasfaser eh schon gemeinsam genutzt werden … Auf der anderen Seite wäre das ja (zumindest teilweise) die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur, die wir immer wollen …

      (Was bei E-Plus am Ende noch gemacht wurde, war eh nix. Die haben die Türme verkauft, den Betrieb verkauft (Alcatel-Lucent?), die Abrechnung outgesourct, … Da waren nur noch koksende Marketingleute, die sich permanent neue Marken und Tarife ausgedacht haben (die die IT dann einpflegen musste) und das Beschwerdemanagement)

  4. Ja, das ist schön formuliert mit der Versorgung aus drei Richtungen. Als Faustregel kann man sagen: Bis 1 – 1,5 km Entfernung ärgert einen die Physik noch nicht so arg (Ausnahme: sehr dichte Bebauung). Darüberhinaus braucht man jedoch (fast) direkte Sicht, sonst geht es zwar, aber immer nur irgendwie und nicht überall zuverlässig. Mit steigender Entfernung sinkt auch der Einfallswinkel der Signale, weil die Stationen näher am Horizont stehen. Dadurch dämpft nun jedes Haus und jeder Baum in der Sichtachse. Und diese Dämpfung summiert sich auf größere Entfernungen recht ordentlich. Auch auf dem flachen Land.

    Was 4G auf 800 MHz angeht, ist das auch eine Sache des Anspruchs: Reicht es dem Provider, wenn der Kunde nur am Fenster Signal hat? Reicht es, wenn der Kunde nur einen Download im mittleren einstelligen Megabitbereich hat? Und akzeptiert der Kunde das? Vor zehn Jahren hätte man damit jemanden beeindrucken können, aber heutzutage ist das nicht mehr zeitgemäß. Und wenn man etwas daran ändern möchte und massiv ausbaut, sollte man es gleich richtig machen und angesichts rasant steigender Datenmengen ein engmaschiges Netz, wie es bei 5G unumgänglich ist, schaffen. Auch mit einem guten Netz können die Provider langfristig Geld verdienen. Sie können größere, teurere Datenpakete verkaufen und datenhungrige Dienste wie mobiles Videostreaming erstmals seriös mitvermarkten.

    Was die Masten angeht, einfach beim nächsten Spaziergang auf dem Land mal schauen: Unter den Türmen stehen häufig entweder mehrere Häuschen oder die Technikschränke stehen sogar ganz im Freien. Bei genauer Betrachtung der Schilder und Aufkleber lässt sich mit etwas Fantasie auf den jeweiligen Provider schließen.

    Ich schätze ja, dass das letzte Wort zur gemeinsamen Nutzung bei 5G noch nicht gesprochen ist. Zum einen ist es kein Pappenstiel, binnen weniger Jahre 800.000 Stationen in die Landschaft zu stellen. Zum anderen realisiert auch die Politik mittlerweile, dass sie den schlechten Netzausbau bei 3G (Lizenzen) und 4G (Versorgungsvorgaben) mitzuverantworten hat. Und zum dritten hat sich die Technik gewandelt. In der Anfangszeit waren das alles schweineteure, dezidierte Kisten. Mittlerweile verschmelzen Software, Hardware und Netzwerk und es ist nicht auszuschließen, dass manch eine 5G-Station nicht viel wuchtiger aussehen wird als ein Internetrouter. Bloß mit Glasfasereingang und Anschluss für eine externe Antenne. Es wird dadurch immer schwieriger, einen Punkt festzulegen, ab dem keine Kooperation mehr möglich sein darf.

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    1. Deine Hoffnung auf einen Lernprozess in der Politik würde ich gerne teilen. Leider haben die Politiker IMHO nicht die richtigen Vorgaben gemacht (können die das nachher einfach ändern ohne eine Klage eines unterlegenen Bieters zu bekommen?). Und die Bundesnetzagentur denkt leider ziemlich neoliberal und die gemeinsame Nutzung scheint für die irgendwie Teufelszeug direkt aus dem Sozialismus zu sein. Politiker mit dem Wissen, dem Rückgrat und dem Mut die Bundesnetzagentur konkrete Vorgaben zu machen, fehlen uns leider auch. Im Zweifelsfall übernehmen die einfach die Position der Experten von der Bundesnetzagentur.

      Vielleicht ist das auch alles dem Lobbyismus geschuldet? Oder die Politiker merken einfach nicht, dass das deutsche Mobilfunknetz schlecht UND teuer ist. Und sei es nur, weil sie es nicht aus der eigenen Tasche bezahlen müssen oder weil sie nicht wissen, was das im Ausland kostet.

      (Meine Hoffnung ist auch begrenzt, weil ich die jahrelange (das war doch ein Jahrzehnt?) Diskussion um die Störerhaftung noch im Kopf habe. Während du dich in ganz Europa mehr oder weniger problemlos in freie WLANs einbuchen konntest, war Deutschland eine Wüste. Wie mir ein Bekannter mal von seiner Ostseerundfahrt erzählte: 10km vor dem Hafen hast du freies WLAN. Überall. Nur in Deutschland nicht. Da brauchst du einen Key).

  5. Mein Optimismus beruht auf Artikeln der letzten Wochen, nach denen es sowohl aus der Politik wie auch aus der Bundesnetzagentur immer mal wieder Forderungen bzw. Überlegungen zu Kooperationen zwischen den Anbietern gab. Man muss jedoch skeptisch bleiben, denn die neoliberale Tendenz in der Bundesnetzagentur sehe ich auch und nun sind verrückterweise auch noch die Provider unisono gegen eine Kooperation. Und eine starke Lobby aus Verbrauchersicht sehe ich nicht.

    Im Gegensatz zu vor zehn oder fünfzehn Jahren nutzen viele Politiker die Mobilfunknetze heutzutage auch selbst ausgiebig, könnten also diesmal besser wissen was sie tun. War es nicht Altmaier, der vor ein paar Wochen durch die Medien geisterte mit dem Zitat, er telefoniere auf Reisen nicht mehr mit ausländischen Politikern, weil ihm die Verbindungsabbrüche zu peinlich seien?

    Zumindest bei den freien WLANs tut sich meiner Meinung nach seit der Entschärfung der Störerhaftung ein bisschen was. Ich finde immer öfter freie Netze in Bahnhöfen, Bäckereien, Supermärkten usw., die lediglich eine harmlose Vorschaltseite zum Bestätigen der AGB haben. Vielleicht ist es ja noch nicht zu spät, an ein Wunder zu glauben 😉

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